Fachkräftemangel: Bremst der Numerus Clausus die Wirtschaft aus?

Angesichts des Fachkräftemangels könnte sich der Numerus Clausus (NC) immer mehr zum Problem für die deutsche Wirtschaft entwickeln. Dies geht aus aktuellen Berichten der Tageszeitungen „Handelsblatt“ und „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) hervor. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, gilt inzwischen an deutschen Hochschulen für fast jeden zweiten Studiengang (46 Prozent) ein Numerus Clausus – und damit eine Zulassungsbeschränkung für bestimmte Studienfächer. Die Zeitung bezieht sich hinsichtlich ihrer Daten auf eine Studie des CHE Centrum für Hochschulentwicklung. Insgesamt sei deutschlandweit „etwa jeder zweite Bachelorstudiengang und jeder dritte Masterstudiengang beschränkt – bei den Fachhochschulen etwas mehr als bei Unis“, heißt es im Artikel. Die meisten Zulassungsbeschränkungen würde es in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften geben.

Gerade für die Fächer, in denen die Wirtschaft dringend Nachwuchskräfte sucht, ist diese Entwicklung  offenbar kontraproduktiv: Wie die FAZ vermeldet, gilt beispielsweise für knapp 40 Prozent der Studiengänge der Ingenieurswissenschaften eine Zulassungsbeschränkung. „Paradox“ nennt die Zeitung diesen Sachverhalt, denn „einerseits wird der Mangel an Fachkräften immer dramatischer. Andererseits schrecken die Universitäten potenziellen Nachwuchs durch hohe Zugangshürden ab.“

Die FAZ lässt auch Wirtschaftsexperten kommentierend zu Wort kommen: So sagt Thomas Straubhaar vom Hamburger Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) im Artikel: „Auf mich machen die NC-Regeln eher den Eindruck einer fehlgeleiteten Planwirtschaft. Das vor allem auch deshalb, weil die Abiturnoten nur einen Teilbereich der Anforderungen abbilden können, die für ein erfolgreiches Studium unverzichtbar sind“. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) kritisiert in der Zeitung eine „Unterausstattung mit Studienplätzen“ in Deutschland. Noch könne man den Bedarf an Akademikern aber „mit Zuwanderern kompensieren – anders als bei den Fachkräften aus der dualen Ausbildung.“

Der Studie des CHE Centrum für Hochschulentwicklung zufolge sind es gerade die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen, die einen Studentenandrang auf die Hochschulen mit einem NC abzufedern versuchen, berichtet das „Handelsblatt“ weiter. Im Osten Deutschlands sei die Situation zumindest entspannter, in Thüringen etwa sei nur jeder vierte Studiengang zulassungsbeschränkt.

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Doris Droste
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