Eurostat: Armutsgefährdung in der Europäischen Union auf Vorkrisenniveau

Der Anteil der Mitbürger in der Europäischen Union (EU), die „von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht“ sind, lag im vergangenen Jahr bei 23,7 Prozent – und damit auf dem Stand des Vorkrisenjahres 2008. Von Einkommensarmut betroffen waren im vergangenen Jahr 17,3 Prozent der Bevölkerung in der EU, 8,1 Prozent von materieller Deprivation und 10,5 Prozent hatten „weniger als 20% ihres Erwerbspotentials ausgeschöpft“. Zu diesen Ergebnissen kommt die Europäische Statistikbehörde Eurostat, die allerdings darauf hinweist, dass die Armutsgefährdungsquote „nicht den Wohlstand oder die absolute Armut, sondern ein – im Vergleich zu anderen Personen im gleichen Land – niedriges Einkommen“ misst.

Wie die Behörde mitteilt, bemisst sich die Armutsgefährdungsquote nach dem Anteil des nach Abzug von Steuern, Sozialleistungen und anderen Ausgaben zur Verfügung stehenden Haushaltseinkommens. Liegt dieses unter 60 Prozent, dem nationalen Wert des sogenannten Median-Äquivalenzeinkommens, gilt die betroffene Person als armutsgefährdet. So ist „die Armutsgefährdungsquote eine relative Messgröße von Einkommensarmut“, heißt es bei Eurostat, da diese von der Einkommensverteilung und Haushaltszusammensetzung abhängt. Auf dieser Basis ermittelte die Statistikbehörde, dass die Quote der von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohten Personen in Bulgarien mit 41,3 Prozent, Rumänien mit 37,3 Prozent und Griechenland mit 35,7 Prozent 2015 am höchsten war. „Die niedrigsten Anteile von Personen, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht waren, wurden hingegen in der Tschechischen Republik (14,0 %), Schweden (16,0 %), den Niederlanden und Finnland (je 16,8 %) sowie in Dänemark und Frankreich (je 17,7 %) verzeichnet“, schreiben die Statistiker weiter. Deutschland wies 2015 eine Armutsgefährdungsquote von 20 Prozent auf und liegt damit ebenfalls deutlich unter dem EU-Durchschnitt.

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Doris Droste
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