EU profitiert erheblich von deutscher Industrie

Offenbar geht die Exportstärke Deutschlands keineswegs nur zu Lasten  anderer EU-Länder: Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“  (FAZ) jüngst berichtete,  ist es vielmehr so, dass Europa auch erheblich von der deutschen Industrie profitiert. Denn 3,5 Millionen Arbeitsplätze in Europa hängen davon ab, dass deutsche Firmen dort ihr Material für die Weiterverarbeitung kaufen. Dies geht aus einer Studie der Prognos AG  im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) hervor, auf die sich die FAZ bezieht.

„Würde die deutsche Industrie im internationalen Vergleich an Wettbewerbsfähigkeit verlieren, träfe das mittelfristig auch die Handelspartner empfindlich“, schreibt die FAZ. Ein Hauptgrund dafür sei schlicht die „enge Verflechtung der europäischen Volkswirtschaften“. Allein im Jahr 2012 hätten Firmen aus Deutschland laut der Studie Produkte im Wert von umgerechnet 409 Milliarden Dollar aus anderen EU-Ländern gekauft.

Die Zeitung nennt ein Beispiel, das den Prozess veranschaulicht: Autobremsscheiben werden z. B. aus Tschechien eingekauft, in Deutschland verbaut, und dann heimisch – oder eben auch auf ausländischen Absatzmärkten – verkauft. „Etwa 8 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung der Tschechischen Republik wird durch Nachfrage nach Vorleistungsgütern aus dem deutschen Verarbeitenden Gewerbe induziert“, zitiert die FAZ Autoren der Studie. In Ungarn habe dieser Anteil 2012 7 Prozent ausgemacht, in Belgien, den Niederlanden und Österreich rund 4 Prozent. Der hierbei zustande kommende Beschäftigungsaufbau in den anderen Ländern sei „beachtlich“:  In Polen gehen die Studienautoren beispielsweise von 600.000 entstandenen Arbeitsplätzen aus, in Tschechien, den Niederlanden und Rumänien von über 300.000 Stellen. In Frankreich und Italien seien es nur „geringfügig weniger“ Arbeitsplätze.

Die Europäische Kommission hatte jüngst den hohen Leistungsbilanzüberschuss Deutschlands kritisiert und analysiert ihn im Rahmen eines Makroökonomischen Ungleichgewichteverfahrens intensiver.

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Doris Droste
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