EU-Erweiterung 2004: Lohndumping hat es nicht gegeben

Zehn Jahre ist die sogenannte EU-Osterweiterung her, im Zuge derer zehn Staaten aus Ost- und Südeuropa der Europäischen Union beigetreten sind. Damals wurde viel über eine mögliche „Überschwemmung“ des deutschen Arbeitsmarktes mit „Billigkräften“ diskutiert – doch wie die Online-Ausgabe des „Handelsblatts“, „handelsblatt.com“, heute vermeldet, waren alle Sorgen offenbar unbegründet. Die Website berichtet von einer Untersuchung des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) zu den Auswirkungen der EU-Erweiterung. Ergebnis: Verdrängt wurden deutsche Arbeitnehmer von „billigen“ Arbeitskräften aus Osteuropa keinesfalls, eine massenhafte „Überschwemmung“ des deutschen Arbeitsmarktes hat nicht stattgefunden. Wie die Website berichtet, fand das IZA keine hinreichenden Belege, die die damaligen Befürchtungen gestützt hätten.

Im Artikel kommt IZA-Direktor Klaus Zimmermann zu Wort: „Ursprüngliche Vorbehalte, die Öffnung des deutschen Arbeitsmarkts für Osteuropäer führe hierzulande zu 'sozialen Verwerfungen' und einem vermeintlichen 'Tourismus in den Wohlfahrtsstaat' haben sich laut den langjährigen Beobachtungen nicht bestätigt“, so Zimmermann. Auch das Lohnniveau sei durch die Erweiterungen nicht nach unten gegangen, darüber hinaus sei es auch nicht zu einer weitreichenden Verlagerung deutscher Arbeitsplätze in die damals neuen EU-Mitgliedsstaaten gekommen.

Einen vom Tenor her ganz ähnlichen Befund liefert auch eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln).  Zwei repräsentative Befragungen des IW Kölns 2004 und 2014 haben laut eigenen Angaben ergeben, dass die EU-Osterweiterung auch aus Sicht der deutschen Firmen „weitgebend problemlos“ verlaufen ist. Große innerbetriebliche Veränderungen habe es durch die geänderten Umstände jedenfalls nicht gegeben. In einer entsprechenden Pressemitteilung des Instituts heißt es: „Nur noch ein Zehntel der befragten Firmen sehen einen erhöhten Konkurrenz- bzw. Rationalisierungsdruck durch die neuen EU-Mitgliedsländer. Eine Erklärung dafür ist, dass sich Deutschland und die neuen Beitrittsländer schon vor der Erweiterung wirtschaftlich integriert hatten. Deutsche Firmen waren mit Fabriken vor Ort und der deutsche Außenhandel mit den neuen EU-Mitgliedern hatte sich bereits mehr als vervierfacht.“




 






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Doris Droste
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