Deutsche Wirtschaft wächst doppelt so stark wie erwartet

Das Bruttoinlandsprodukt kletterte im vierten Quartal mit 0,7 Prozent mehr als doppelt so stark wie erwartet. Das Wachstum der deutschen Wirtschaft hat sich Ende 2014 deutlich beschleunigt, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Demnach habe sich die konjunkturelle Lage zum Ende des Jahres mit dem kräftigen Plus nach dem schwungvollen Jahresauftakt und der Schwächephase im Sommer stabilisiert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg aufgrund des starken Schlussquartals um 1,6 Prozent und nicht wie bisher angenommen um 1,5 Prozent, heißt es auf der Internetseite des Statistischen Bundeamtes.

„Das ist ein Paukenschlag“, sagte der Deutschland-Chefvolkswirt der Großbank UniCredit, Andreas Rees, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Optimistisch mache vor allem, dass das Wachstum aus dem Inland komme. „Nicht nur die Konsumenten geben wegen geringeren Energiekosten, Rekordbeschäftigung und steigenden Löhnen mehr aus. Auch die Unternehmen sind wieder bereit, zu investieren“, so Rees. Vom Außenhandel seien hingegen wenig Wachstumsimpulse ausgegangen: Zwar stiegen die Exporte von Waren und Dienstleistungen zum Vorquartal nochmals kräftig. „Allerdings erhöhten sich die Importe in ähnlicher Größenordnung“, so die Experten.

Das Statistische Bundesamt rechnet auch 2015 mit einem robusten Wachstum der deutschen Wirtschaft. Die Konjunktur werde demnach durch den niedrigen Ölpreis und den schwachen Euro, der deutsche Exporte billiger macht, angetrieben. Zudem dürften die niedrige Arbeitslosigkeit und die Mini-Zinsen die Konsumneigung der Verbraucher weiter anschieben. Auch das Bundeswirtschaftsministerium hatte seine Konjunkturprognose jüngst von 1,3 auf 1,5 Prozent angehoben.

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