BiBB: Deutschland für Digitalisierung gut aufgestellt

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) kommt in seiner Analyse „IT-Berufe und IT-Kompetenzen in der Industrie 4.0“ zu dem Ergebnis, „dass Deutschland bei den IT-Kernberufen quantitativ gut aufgestellt ist und auch den durch die Umstellung der Produktionsprozesse auf Industrie 4.0 steigenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften wird decken können.“

Wie das Institut feststellte, gingen im Jahr 2012 fast 10 Prozent der Erwerbstätigen einer professionellen IT-Tätigkeit nach. Davon waren etwa 575.000 in IT-Kernberufen, zu denen Datenverarbeitungsfachleute, Informatiker und Softwareentwickler gehören, und rund zwei Millionen in sogenannten IT-Mischberufen tätig. Dazu zählt das BiBB unter anderem Techniker, Ingenieure, Elektroberufe, „aber auch Dienstleistungsberufe aus Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung sowie Teile von kaufmännischen Büroberufen oder Verwaltungsberufen“, wie es auf der Institutswebsite heißt. In beiden Gruppen ist das Qualifikationsniveau hoch: Bei den IT-Kernberufen haben 56,5 Prozent einen akademischen Abschluss und 34,5 Prozent eine entsprechende Berufsausbildung. „In den IT-Mischberufen sind Personen mit Berufsausbildung (45,7 %) stärker vertreten als Akademiker/-innen (38,3 %). 9 % der Erwerbstätigen in IT-Mischberufen haben einen Fortbildungsabschluss“, schreibt das BiBB.

Rein rechnerisch soll bis zum Jahr 2030 auch das zur Verfügung stehende Fachkräfteangebot in den IT-Berufen ausreichend sein, um die durch die Digitalisierung stark zunehmende Nachfrage zu befriedigen. Zu dieser Einschätzung kommt das BiBB zusammen mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA). Hilfreich sei dabei insbesondere die „wachsende Studierneigung der jungen Generation“, sodass der ebenfalls stark steigende Bedarf der Unternehmen an Hochqualifizierten in diesem Bereich gedeckt werden könne. Allerdings weisen die BiBB-Forscher darauf hin, „dass das Berufsfeld der IT-Kernberufe [...] selbst nicht genügend Fachkräfte hervorbringt, sondern vielmehr von einem starken Zustrom an Erwerbstätigen aus artverwandten Berufsfeldern profitiert.“

Das Institut hat auch untersucht, welche Rolle Computer schon heute bei der Arbeit spielen. Dabei hat sich herausgestellt, dass bereits über 80 Prozent der Erwerbstätigen an ihrem Arbeitsplatz mit einem Rechner arbeiten. Dagegen ist der Anteil der Erwerbstätigen ohne Computernutzung von 48,3 Prozent im Jahr 1999 auf 19,1 Prozent in 2012 kontinuierlich zurückgegangen. Auch die Zeit, die Erwerbstätige am Computer arbeiten, hat zugenommen und zwar von 44 Prozent im Jahr 2006 auf 48 Prozent in 2012. „Dabei arbeiteten Akademiker/-innen mit 56 % der Arbeitszeit deutlich länger am Computer als Erwerbstätige mit einer Berufsausbildung (45 %)“, so das BiBB abschließend.

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Doris Droste
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