Bertelsmann Stiftung: Weniger Azubis, immer mehr Studenten

Der Trend bei jungen Menschen in Deutschland geht hin zum Studium. So steigt die Zahl der Studierenden immer mehr an, die der Azubis hingegen nahm in den vergangenen Jahren stetig ab. Vermutlich werden sich im Jahr 2030 nur noch 400.000 Jugendliche für eine Ausbildung entscheiden. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Prognos AG im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, über die die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet.

Im Rahmen der Studie wurden drei mögliche Szenarien skizziert: Sollte das Studium im Jahr 2030 die gleiche Präferenz aufweisen wie heute, wird die Zahl derjenigen, die eine Berufsausbildung absolvieren werden, in den kommenden 15 Jahren um 17 Prozent zurückgehen, schreibt die FAZ. Möglicherweise könne die Zahl auch um 21 Prozent sinken, sollten sich noch mehr junge Menschen für ein Studium entscheiden. Aber auch, wenn es gelinge, die Berufsausbildung wieder attraktiver zu machen, ginge „die Schere zwischen Studien- und Ausbildungsanfängern bis 2030 weiter auseinander“, heißt es weiter in der Zeitung. Die Entwicklung könne, den Studienergebnissen zufolge, den Fachkräftemangel beschleunigen oder auslösen, da „sich zugleich geburtenstarke Jahrgänge in den Ruhestand verabschieden“. Mit den zunehmenden Studentenzahlen würden auch immer mehr Berufe „akademisiert“. Erzieherinnen oder Pfleger mit einem Bachelor- oder Masterabschluss sind keine Seltenheit mehr.

Um die Konkurrenz zwischen Hochschulabsolventen und Azubis zu verringern, spricht sich Clemens Wieland, einer der Autoren der Bertelsmann Studie, in der FAZ „für eine stärkere Verzahnung und Durchlässigkeit der Bildungswege“ aus. „Bei der Berufsausbildung und beim Studium sollte es nicht mehr so oft ein Entweder-oder sein, sondern immer häufiger ein Sowohl-als-auch.“ Möglich wäre eine Kombination aus Studium und Ausbildung. Allerdings sei diese nicht für alle Berufsgruppen gleich geeignet. So müssten dann auch die Unternehmen aktiv werden und Jugendliche in den Fokus nehmen, „die heute außen vor bleiben“, so Wieland weiter. Dies beträfe insbesondere die mehr als 250.000 jungen Leute in sogenannten Übergangsmaßnahmen, die jedoch nicht zu einem Berufsabschluss führen. Demnach sollten Unternehmen offener der Gruppe von Hauptschülern, Menschen mit Behinderung, Zuwanderern und Flüchtlingen gegenüberstehen und auch entsprechende Unterstützung durch die Politik erhalten.

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