Bei Geringqualifizierten kommt es auf die klassischen Arbeitstugenden an

Flexibilität, Zuverlässigkeit, Motivation – vor allem diese „Grundtugenden“ sind bei Geringqualifizierten gefragt, wenn sie sich bei Firmen beispielsweise als Reinigungskraft oder Lagerarbeiter bewerben. Dies ist das Ergebnis einer Analyse von Online-Stellenanzeigen durch das Projekt AlphaGrund im Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln).

Das IW Köln wertete nach eigenen Angaben 518 Stellenanzeigen aus, die im Januar auf Online-Jobbörsen eingestellt waren – darunter Portale von großen Zeitarbeitsunternehmen sowie die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit (BA). Zwei von drei Unternehmen legten demnach Wert auf klassische, aber eben auch überfachliche Arbeitstugenden: Neben den bereits genannten Tugenden waren beispielsweise auch Ehrlichkeit und Einsatzbereitschaft von geringqualifizierten Neu-Mitarbeitern für Firmen sehr wichtig. Jedes vierte Unternehmen legte darüber hinaus großen Wert auf „ausreichende Deutschkenntnisse“.

Neben diesem Befund stellt die Analyse des IW Köln aber noch einen weiteren interessanten Aspekt heraus: Generell sind offenbar die Anforderungsprofile auch von sogenannten einfachen Jobs vielschichtiger geworden, bisher gängige Vorstellungen der Arbeit von Geringqualifizierten scheinen zumindest der Untersuchung zufolge überholt. In der entsprechenden Pressemitteilung des IW Köln heißt es dazu: „Das Bild, dass Geringqualifizierte nur unter dauernder Anleitung oder Aufsicht arbeiten, trifft heutzutage […] vielfach nicht mehr zu. So erwartet jedes dritte Unternehmen von seinen Küchenhilfen selbstständiges Arbeiten, und fasst jedes zweite Unternehmen setzt das bei Reinigungskräften auf die Wunschliste.“ Von Lagerarbeiter würde jedes vierte untersuchte Unternehmen indes Computerkenntnisse erwarten – „ein weiteres Zeichen für die gestiegenen technischen Anforderungen an viele vormals rein manuelle Tätigkeiten“, so das IW Köln.


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Doris Droste
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