BDI senkt Wachstumsprognose erneut – Manager sind laut Forsa-Umfrage optimistischer

Die deutsche Wirtschaft schätzt die Konjunkturaussichten unterschiedlich ein: Während der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) laut der Nachrichtenagentur „Reuters“ seine Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft erneut zurückgenommen hat, glauben deutsche Top-Manager daran, dass die schwächelnde Konjunktur in den kommenden Monaten wieder Aufwind bekommen werde. Zu diesem Ergebnis kommt der „Handelsblatt-Business-Monitor“ als Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa, die die Zeitung in Auftrag gegeben hat.

Der BDI rechnet inzwischen für das laufende Jahr nur noch mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung von 1,2 bis 1,4 Prozent. Bislang sei er von einem Wachstum von rund 1,5 Prozent ausgegangen, heißt es in der Meldung von „Reuters“. Anfang des Jahres hatte der BDI noch ein Plus von zwei Prozent für möglich gehalten. Ein Abgleiten in die Rezession befürchtet die Spitzenorganisation der deutschen Industrie aber nicht.

„Die konjunkturellen Aussichten haben sich etwas eingetrübt“, sagt BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber in einer Stellungnahme auf der Internetseite des BDI. Die deutsche Wirtschaft leide vor allem unter einer Investitionsschwäche. Die hohe Arbeitslosigkeit und das schwache Wirtschaftswachstum im Euroraum belasteten das Investitionsklima ebenso wie die Krisen um die Ukraine und im Nahen Osten. „Niedrige Zinsen und gute Finanzierungsbedingungen allein sind derzeit keine Garantie für mehr Investitionen am Standort Deutschland“, unterstrich der BDI-Manager. Er warnte die Regierung davor, angesichts wachsender Unsicherheit den Unternehmen neue Belastungen aufzubürden. Zur Wachstumseintrübung trugen laut BDI auch die von der EU verhängten Sanktionen gegen Russland bei. Die schlügen sich in den deutschen Exportzahlen nieder, würden aber bislang durch höhere Ausfuhren in andere Länder mehr als ausgeglichen. Sollte der Konflikt sich aber zuspitzen und eine Unterbrechung der Gas- und Öllieferungen aus Russland nach sich ziehen, könnte das gravierendere Folgen haben.

Anders als der Wirtschaftsverband schätzen deutsche Top-Manager, die sich an der Forsa-Umfrage beteiligt haben, die Lage wesentlich optimistischer ein. Laut „Handelsblatt-Business-Monitor“, einer im Auftrag des „Handelsblatt“ vorgenommenen Umfrage unter Spitzenmanagern, wollten 46 Prozent der Führungskräfte in den kommenden zwölf Monaten ihre Investitionen ausweiten; nur 17 Prozent wollten sie senken, berichtet das „Handelsblatt.“ Weiter heißt es, 36 Prozent wollten die Zahl der Mitarbeiter aufstocken,  22 Prozent der befragten Unternehmensführer planten Stellenstreichungen. „In beiden Kategorien sind die Dienstleister deutlich zuversichtlicher als die Industrie, doch auch in der Industrie überwiegt der Optimismus“, berichtet das „Handelsblatt“. Die Daten wurden von Ende September bis Anfang Oktober durch Forsa erhoben und somit deutlich nach dem August, als Aufträge, Umsatz und Produktion in der deutschen Industrie überraschend kräftig gesunken waren.

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