BA-Chef Weise: Arbeitsmarkt bietet derzeit beste Voraussetzungen, Flüchtlinge zu integrieren

Bislang sind nur wenige Flüchtlinge auf dem deutschen Arbeitsmarkt angekommen. Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit (BA) und Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), koordiniert seit Oktober 2015 die Bearbeitung von deren Asylanträgen. Die eigentliche Integration der Zuzügler in den Arbeitsmarkt steht dem Behördenleiter jedoch erst noch bevor. Die Bedingungen hierfür beurteilt Weise als positiv, wie die „Berliner Zeitung“ berichtet.

„Der Arbeitsmarkt gibt es im Moment her, dass jeder, der etwas kann und will, dort einen Platz findet“, sagte der BA-Chef der Zeitung in einem Interview. Weise führt diesen Umstand unter anderem auf die Verbesserungen beim Integrationsgesetz zurück. Das Gesetz der Bundesregierung sieht vor, insbesondere jungen und lediglich geduldeten Menschen, eine Ausbildung zu ermöglichen, sodass diese während der Ausbildung nicht abgeschoben werden dürfen. Im Anschluss an die abgeschlossene Ausbildung erhalten Flüchtlinge die Möglichkeit, über einen Zeitraum von 24 Monaten Berufserfahrungen zu sammeln. „Das ist ein Durchbruch“, so Weise in der „Berliner Zeitung“. Positiv bewertet der Behördenleiter außerdem, dass die Bundesländer künftig die Vorrangprüfung in Arbeitsagentur-Bezirken mit unterdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit aussetzen können.

Allerdings verweist Weise darauf, dass nur etwa zehn bis 15 Prozent der Flüchtlinge „direkt verwendbare Qualifikationen“ wie akademische Abschlüsse mitbrächten, der Großteil – 40 bis 50 Prozent – jedoch Berufserfahrungen ohne theoretische Kenntnisse aufwiese. „Da fehlt ein Teil an Wissen im Vergleich zu deutschen Berufsabschlüssen“, sagte der Behördenleiter der „Berliner Zeitung“. In Hinblick auf die Einführung flexiblerer Ausbildungsabläufe erklärte Weise, eine „Ausbildung light“ mit reduzierten Standards würden die Tarifpartner ablehnen. Die Bereitschaft in deutschen Unternehmen sei jedoch groß, Geflüchteten Qualifizierungsmaßnahmen anzubieten. 

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Doris Droste
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