Arbeitskosten in Deutschland höher als im EU-Durchschnitt

Im vergangenen Jahr zahlten deutsche Arbeitgeber in der Privatwirtschaft im Durchschnitt 32,70 Euro für eine geleistete Arbeitsstunde. Der Durchschnittswert in der Europäischen Union (EU) lag bei 25,90 Euro. Deutschland hat damit im EU-Vergleich 26 Prozent höhere Arbeitskosten und liegt EU-weit auf Rang acht. Dies geht aus einer aktuellen Erhebung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor.

Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich die Arbeitskosten in der Privatwirtschaft 2015 um 2,7 Prozent. In den 28 Mitgliedsstaaten der EU verzeichneten die Statistiker durchschnittlich hingegen einen Anstieg von nur 2,1 Prozent. Im Euro-Währungsraum mit 19 Mitgliedern waren es sogar nur 1,5 Prozent. Am höchsten lagen die Arbeitskosten in Dänemark mit 42,70 Euro pro Stunde, am niedrigsten in Bulgarien mit 4,10 Euro. Im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland, das dem Statistischen Bundesamt zufolge „besonders stark im internationalen Wettbewerb steht“, lagen die Arbeitskosten je Stunde bei 38,00 Euro. „Eine Stunde Arbeit in der deutschen Industrie war damit 44 % teurer als im EU-Durchschnitt (26,30 Euro) und kostete knapp 3 % mehr als in Frankreich (37,00 Euro)“, so die Behörde. Nur in Dänemark (42,40 Euro), Belgien (43,30 Euro) und Schweden (41,00 Euro) lagen die Kosten für die industrielle Arbeitsstunde somit höher als in Deutschland. In Hinblick auf die marktbestimmenden Dienstleistungen zahlten deutsche Arbeitgeber 29,90 Euro je geleisteter Arbeitsstunde, womit Deutschland im EU-Vergleich auf Rang neun lag.

Bruttoverdienste und Lohnnebenkosten, zu denen Sozialbeiträge und Leistungen wie die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gehören, bilden zusammen die Arbeitskosten, erklärt die Behörde. Wie aus der Erhebung des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, entfielen 2015 in Deutschland auf 100 Euro Bruttoverdienst weitere 28 Euro Lohnnebenkosten. Im europäischen Durchschnitt lagen diese bei 31,00 Euro. „Im EU-weiten Ranking lag Deutschland im Mittelfeld auf Rang 14. Auf 100 Euro Lohn wurden in Schweden (48 Euro), Frankreich (46 Euro) und Belgien (44 Euro) die höchsten Lohnnebenkosten gezahlt, in Malta (9 Euro) die niedrigsten“, fasst das Bundesamt zusammen.

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Doris Droste
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