Anerkennungsgesetz für ausländische Berufsabschlüsse - wichtiges Integrationsinstrument mit Verbesserungsbedarf

Zuwanderer, die in Deutschland ihre im Ausland erworbenen Qualifikationen anerkennen lassen wollen, haben damit gute Chancen. Laut zweitem, von der Bundesregierung gestern beschlossenem Bericht zum Anerkennungsgesetz wurde in 96 Prozent der Fälle die ausländische Berufsqualifikation voll oder zumindest teilweise anerkannt.  Das Anerkennungsgesetz oder Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen, wie es offiziell heißt, wurde am 1. April 2012 in Kraft gesetzt. Seither wurden insgesamt etwa 26.500 Anträge gestellt.

Bei den knapp 13.300 Anträgen aus dem Jahr 2013 wurde bei rund 75 Prozent die ausländische Qualifikation als voll gleichwertig anerkannt. Die meisten Anträge betrafen mit circa 78 Prozent reglementierte Berufe, bei denen erst durch einen entsprechenden Bescheid der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt eröffnet wird. Besonders groß ist nach wie vor die Nachfrage bei den medizinischen Gesundheitsberufen. Allein in den Berufsgruppen der Ärzte, Gesundheits- und Krankenpfleger „wurden rund 9.900 volle Gleichwertigkeiten oder Ausgleichsmaßnahmen, mit denen eine volle Anerkennung erreicht werden kann, ausgesprochen; darunter 6.030 für Ärztinnen und Ärzte“, heißt es Bericht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zum Anerkennungsverfahren.

Obwohl Bundesbildungsministerin Johanna Wanka betont, dass das Anerkennungsgesetz „ein wichtiges Instrument zur Integration in den Arbeitsmarkt“ ist und „die Potenziale der nach Deutschland kommenden Menschen für den Arbeitsmarkt“ eröffnet, räumt sie im Vorwort des Berichtes zum Anerkennungsverfahren ein, dass es „weitere kurz-, mittel- und langfristigen Handlungsbedarfe“ gäbe. Dies wird laut „Frankfurter Allgemeiner Zeitung“ (FAZ) auch bei den Gewerkschaften und den Arbeitgebern so gesehen. Matthias Anbuhl, DGB-Abteilungsleiter für Bildungspolitik, sprach von „einigen Optimierungsbedarf“ und Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer sogar von einem „bürokratischen Overkill bei der Anerkennung ausländischer Gesundheitsberufe“.

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Doris Droste
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