1,835 Mrd. Euro „Bürokratiekosten“ für Unternehmen, auch Personaldienstleister sind betroffen

Im vergangenen Jahr verabschiedete der Bundestag rund 150 neue Gesetze. Für die Unternehmen bedeutet dies bares Geld, welches sie im Rahmen der Umsetzung investieren müssen. In den Jahren 2012 und 2013 lag dieser Aufwand für die Umsetzung der neuen Gesetze bei mehr als 2 Milliarden Euro. Immerhin auf 1,835 Milliarden Euro sind die „Bürokratiekosten“ von Unternehmen im letzten Jahr gesunken. „Zuletzt kam der Fortschritt in Sachen Bürokratieabbau allerdings nur noch schleppend voran“, heißt es in der heutigen Veröffentlichung vom Institut der deutschen Wirtschaft (iwd).

Entlastungen bei Unternehmen kaum spürbar

Im Jahr 2016 wurden 53 neue Vorhaben eingeführt, die in den Unternehmen 126 Millionen Euro zusätzlichen Kosten verursachten. Gleichzeitig wurden 26 Regelungen abgeschafft, und dadurch Kosteneinsparungen in Höhe von 322 Millionen Euro erreicht. So gesehen ist der von der Bundesregierung avisierte Bürokratieabbau relativ erfolgreich. Allerdings ist bei den Unternehmen eine Entlastung kaum spürbar. Das iwd findet dafür folgende Begründung: „Die Definition für Bürokratiekosten ist sehr eng gewählt, tatsächlich gehört die materielle Umsetzung von Regulierungen nicht dazu. Dabei kann gerade die gehörig ins Geld gehen“. Allein der 2015 eingeführte Mindestlohn kostete die Unternehmen in Deutschland circa 9 Milliarden Euro im Jahr, heißt es aus dem iwd.

Novellierung des AÜGs: administrative und finanzielle Herausforderungen

Auch die Personaldienstleistungsbranche ist immer wieder betroffen, wenn es um die Umsetzung gesetzlicher Änderungen geht. Das am ersten April dieses Jahres eingeführte geänderte Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) stellt die Unternehmen vor große administrative und finanzielle Herausforderungen. Es wurde zum dritten Mal wesentlichen Änderungen unterzogen, die von den Personaldienstleistern in der Folge umgesetzt werden müssen: „Durch strengere Regelungen, zum Beispiel bei dem bereits geltenden Schriftformerfordernis, wird die Flexibilität der gesamten Wirtschaft gefährdet“, erklärt Thomas Hetz, Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP). „Denn die Zeit zwischen Anfrage durch ein Kundenunternehmen und tatsächlichem Einsatz eines Zeitarbeitnehmers durch den Personaldienstleister verlängert sich dramatisch, da beide Vertragsparteien im Original unterschreiben müssen – in Zeiten von Email oder Fax eine fragliche Voraussetzung. Auch die fehlende Definition von Equal Pay und damit einhergehende unklare Regelungen erschweren die Arbeit unserer Unternehmen massiv.“

Wichtiger Hinweis:
Die Weitergabe der persönlichen LogIn-Daten an Dritte ist untersagt. Bei Zuwiderhandlung behält sich der BAP entsprechende rechtliche Schritte vor.

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