Ringen um Arbeitskräfte nimmt immer weiter zu – iw-Studie zeigt besonders betroffene Berufe und Regionen auf.

Foto: Pixabay/AlarconAudiovisual

Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt wird für die Arbeitgeber immer angespannter. Dies verdeutlicht eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Denn die Engpässe in bestimmten Berufen und Regionen haben deutlich zugenommen, insbesondere in technischen und sozialen Bereichen.

So waren rund 80 Prozent aller offenen Stellen Mitte 2019 in Engpassberufen ausgeschrieben. Ende 2010 lag die Engpassquote deutschlandweit bei gerade einmal 25 Prozent. Damit hat sich der Arbeitsmarkt immer weiter zu einem Bewerbermarkt entwickelt. In vielen Regionen der Bundesrepublik ist laut iw der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften mittlerweile so groß, dass sich Bewerber in diversen Engpassberufen den attraktivsten Arbeitgeber aussuchen können. Besonders stark müssen Arbeitgeber im Süden Deutschlands (Bayern, Baden-Württemberg) um neue Mitarbeiter buhlen. Doch auch in Ostdeutschland hat sich der Fachkräftemangel in den vergangenen Jahren deutlich verschärft: So waren in Thüringen Ende 2010 nur 24 Prozent aller Stellen in Engpassberufen ausgeschrieben – bis zum Juni 2019 hat sich diese Zahl mehr als verdreifacht.

Grund für die höhere Engpassquote ist sowohl die gestiegene Zahl offener Stellen als auch die sinkende Zahl qualifizierter Arbeitsloser. Dabei gibt es Engpässe auf allen Qualifikationsniveaus, unabhängig von Studium oder Ausbildung.

Im Branchenvergleich hat die medizinische Gesundheitsbranche deutschlandweit die größten Mangelerscheinungen, allen voran die Alten- und Krankenpflege sowie die Physiotherapie. In 152 von 156 Regionen zählen über 90 Prozent der Stellen im Gesundheitsbereich zu den Engpassberufen. Ähnliche Probleme existieren laut iw-Studie in der Logistik, da der Online-Handel in den vergangenen Jahren zu mehr Güterverkehr auf den Straßen geführt hat. So kamen Mitte 2019 lediglich 82 arbeitslose Lkw-Fahrer auf jeweils 100 offene Stellen, während es Ende 2010 noch 706 waren.

Als Konsequenz aus dieser Entwicklung können viele Betriebe Stellen nur zeitverzögert oder gar nicht besetzen und müssen einen hohen Rekrutierungsaufwand betreiben. Das Thema der Gewinnung von geeignetem Personal, welches den Job zuverlässig und kompetent macht, wird daher immer wichtiger. Es sind dabei die Personaldienstleister, die auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft noch stärker die Funktion einer Personalabteilung für die Unternehmen übernehmen werden: Beratung, Vermittlung, Spezialisierung. Sebastian Lazay, Präsident des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister e.V. (BAP), betont: „Die Zeitarbeit wird dadurch zur Personalabteilung der deutschen Wirtschaft. Wir vermitteln den vielfältigen Arbeitgebern in Deutschland passgenau qualifizierte Beschäftigte, die unsere Kunden wirtschaftlich voranbringen. Denn die richtigen Leute zur+ richtigen Zeit am richtigen Ort, darin sind wir stark.“

Artikel teilen:

zurück