Job-Navigator exklusiv: Konjunktur und Corona setzen Stellenmarkt zu

Stellenangebote im Zeitverlauf, Datenquelle BAP Job-Navigator, Grafik ©BAP

++ Inserate nehmen parallel zur wirtschaftlichen Entwicklung ab. BAP-Präsident fordert Lockerung der Höchstüberlassungsdauer für die Zeitarbeitsbranche. ++

Die Wirtschaft leidet unter der Coronakrise, was sich auch negativ auf den aktuellen Stellenmarkt auswirkt. Aber auch mittel- bis langfristig zeigt der Trend nach unten (siehe Grafik). Denn die Wirtschaft hat bereits vor Corona unter einer konjunkturellen Flaute gelitten.

„Die Personaldienstleister mussten schon seit Längerem rückläufige Zahlen bei den Beschäftigten feststellen, weshalb die Branche auch als Frühindikator gilt“, kommentierte BAP-Präsident Sebastian Lazay die Arbeitsmarktentwicklung bereits Mitte des Jahres 2019. Für die Rückgänge der Zeitarbeitskräfte waren für Lazay zu diesem Zeitpunkt zum einen die unsichere Auftragslage der Kundenunternehmen, bedingt durch die derzeitige konjunkturelle Eintrübung, und zum anderen die branchenübergreifenden Personalengpässe, bedingt durch den demografischen Wandel, verantwortlich.

Lazay: Starre Fesseln wie Höchstüberlassungsdauer müssen gelockert werden

Neben den genannten Faktoren, die auch heute noch gelten, leidet die Zeitarbeit aktuell wie alle Branchen stark unter dem wirtschaftlichen Einbruch bedingt durch Corona. Erschwerend kommen die gesetzlichen Neuregelungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) aus dem Jahr 2017 hinzu, die aktuell nicht mehr zeitgemäß erscheinen. Daher fordert BAP-Präsident Sebastian Lazay die Politik auf, jetzt die starren Fesseln zu lockern, etwa die geltende Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten. Das biete Planungssicherheit für den Einsatzbetrieb und Personaldienstleister. "Aktuell führt die Höchstüberlassungsdauer dazu, dass Zeitarbeiter nach dieser Frist aus eingespielten Teams in den Entleihbetrieben abgezogen und dann möglicherweise von ihren Arbeitgebern in Kurzarbeit geschickt werden müssen", so Lazay.

Die Unternehmen inserieren weniger

Im März wurden insgesamt 908.517 Jobangebote von 143.370 Unternehmen veröffentlicht. Das sind rund 15 Prozent weniger (- 160.192) als im Vormonat Februar. Auch im Vorjahresvergleich ist ein klarer Abwärtstrend zu erkennen. So nahm die Anzahl der Inserate im März 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 21,88 Prozent ab (- 254.493).

Es ist keine Überraschung, dass auch die Anzahl der inserierenden Unternehmen abnahm. So haben im März 143.370 Unternehmen inseriert. Das sind 15,46 Prozent weniger (- 26.016) als im Vormonat Februar. Im Vorjahresvergleich nahm die Anzahl der inserierenden Unternehmen um 9,26 Prozent ab (-14.630).

Der BAP Job-Navigator

Seit Dezember 2017 wertet der BAP monatlich unter Mithilfe der Personalmarktexperten von index Research mit seinem „BAP Job-Navigator“ die Stellenangebote aus verschiedenen Blickwinkeln aus. Hierfür werden Inserate aus ca. 200 Printmedien, 190 Online-Jobbörsen, mehr als 30.000 Firmenwebsites und der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit als Quelle herangezogen. In den vergangenen Monaten zeigen die Daten einen deutlichen Abwärtstrend.

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