IW Köln: Anteil an höheren Bildungsabschlüssen in Deutschland steigt

Immer mehr Menschen in Deutschland erwerben einen akademischen Abschluss. Gleichzeitig haben immer weniger Menschen überhaupt einen berufsqualifizierenden Abschluss. Eine nicht unwesentliche Rolle für diese Entwicklung spielt die Zuwanderung. Zu diesen Ergebnissen kommt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) in einer aktuellen Studie.

Seit 2005 hat sich der Anteil an Akademikern hierzulande von rund 15 Prozent auf mehr als 20 Prozent im Jahr 2014 erhöht. Als Grund nennt das IW Köln, dass „der Anteil der jungen Leute, die eine Hochschulzugangsberechtigung erwerben und ein Studium aufnehmen, in Deutschland seit zwei Jahrzehnten stark“ angezogen habe. Eine Rolle spielt außerdem die Einwanderung junger Hochqualifizierter aus anderen Staaten der Europäischen Union (EU) und aus Drittstaaten. Auch die Möglichkeiten, einen schnelleren akademischen Abschluss zu erhalten, sind mit der Umstellung der Studienabschlüsse auf Bachelor und Master gestiegen. „So hatten 2013/2014 fast 27 Prozent der 25- bis 34-Jährigen in Deutschland einen höheren Abschluss als der Vater und 35 Prozent einen höheren Abschluss als die Mutter“, fasst das IW Köln zusammen.

Auswirkungen auf das Bildungsniveau hat den IW-Forschern zufolge auch die Flüchtlingsmigration. Während Zuwanderer aus anderen EU-Staaten „vor allem“ hochqualifiziert seien, weisen in Deutschland schutzsuchende Flüchtlinge oftmals ein geringes Bildungsniveau auf. Das IW rechnet daher damit, dass „der Anteil der Geringqualifizierten in Deutschland zunächst voraussichtlich steigen“ wird. „Doch gerade weil viele Flüchtlinge ein vergleichsweise niedriges Bildungsniveau haben, dürften ihre Kinder hierzulande zu Bildungsaufsteigern werden“, heißt es weiter.

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