IW: ausländische Beschäftigte in Coronakrise besonders betroffen

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++ Jeder dritte findet Job in der Zeitarbeit – Branche hat wichtige integrative Funktion und Verantwortung ++

Laut aktuellen Untersuchungen des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) sind ausländische Beschäftigte in Deutschland besonders stark vom derzeitigen wirtschaftlichen Abschwung betroffen: Im ersten Monat des Lockdowns stieg die Arbeitslosenquote der Ausländer um 1,9 Prozentpunkte auf 14,7 Prozent – zum Vergleich: Die Arbeitslosenquote bei den Deutschen stiegt im gleichen Zeitraum um 0,5 auf 4,6 Prozent.

Laut IW-Studienautor Wido Geis-Thöne liegen die Gründe hierfür in den Einsatzbranchen der Zuwanderer: Die Zeitarbeit ist als Beschäftigungsform besonders geeignet, viele ausländische Beschäftigte, die es sonst schwerer haben, eine reguläre Beschäftigung zu finden, einen Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt zu bieten. Ungefähr ein Drittel aller Beschäftigungsaufnahmen Geflüchteter vollziehen sich in Deutschland in der Zeitarbeit, eine Branche, die nur einen Anteil von 2,4 Prozent an allen Beschäftigten hierzulande ausmacht. Die Zeitarbeit hat daher für diese Beschäftigtengruppe eine wichtige integrative Funktion.

Und die Zeitarbeit ist es, die in der derzeitigen Krise traditionell als Arbeitsmarkt-Frühindikator besonders leidet. Das belegen aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Mit Qualifizierung in den Aufschwung

IW-Wissenschaftler Geis-Thöne schlägt vor, ausländische Beschäftigte mit Qualifizierungsangeboten zu helfen. Diese Gruppe sei aufgrund schlechterer Deutschkenntnisse, oftmals niedrigem Bildungsniveau und weniger Berufserfahrung anfälliger für einen Jobverlust in der Krise. Und auch Personaldienstleister sollten soweit möglich alle Möglichkeiten für die Weiterqualifizierung ihrer Mitarbeiter nutzen, um in Zeiten eines Aufschwungs aus einem reichen Mitarbeiterpool schöpfen zu können.

„Die Zeit nach der Krise wird kommen, darauf muss man sich jetzt vorbereiten“, sagt BAP-Vorstandsmitglied Peter Roth gegenüber dem SWR und fordert die Branche auf, in die Offensive zu gehen: Ganz wichtig sei, dass man nicht warte, bis Arbeitssuchende kommen, sondern dass Zeitarbeitsfirmen jetzt aktiv Personal rekrutieren für die Nach-Coronazeit. Denn nach wie vor sei es schwierig, an qualifiziertes Personal zu kommen.

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