IAB: Umzüge sind oftmals mit höherem Gehalt verbunden

Flexibilität bei der Wahl des Wohnortes kann zu höherem Einkommen führen. Der Arbeitsmarkt unterscheidet sich in Deutschland regional sehr stark. Der Süden weist aufgrund einer hohen industriellen Dichte nahezu Vollbeschäftigung auf, während der Osten und Norden Deutschlands als strukturschwache Regionen stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Deshalb zeigt die Binnenwanderung in Deutschland, dass wirtschaftlich starke Regionen sich über neue Einwohner freuen können, während die Regionen mit wenig Perspektiven und hoher Arbeitslosigkeit stark von Wegzug betroffen sind. Das Thema regionale Mobilität ist Gegenstand einer Forschungsarbeit des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit dem Titel „Lebensqualität und soziale Sicherung“. Dabei wurden den Befragten mehrere kurze Beschreibungen von fiktiven Stellenangeboten vorgelegt. Diese hypothetischen Stellenangebote enthielten alle wichtigen Informationen, unter anderem Angaben zum Gehalt, zum Stundenumfang und zur Entfernung vom jetzigen Wohnort. Die Befragten wurden darum gebeten, die Attraktivität der Stelle und ihre Bereitschaft, diese Stelle anzunehmen, zu beurteilen. Der Großteil der Befragten lehnt grundsätzlich einen Umzug ab. Nur für einen kleinen Teil kommt Mobilität überhaupt infrage. Ein weiteres Ergebnis ist, je besser die angebotene Stelle ist, desto eher wird über die Möglichkeit eines Umzugs nachgedacht. Die Kosten und der Nutzen eines Umzugs werden vom Einzelnen oft sehr subjektiv wahrgenommen. Bei der Entscheidung über einen Umzug aus beruflichen Gründen spielen eine Menge Fragen – gerade auch das persönliche Umfeld betreffend – eine starke Rolle. Wird der berufliche Einstieg klappen? Leben sich der Partner und die Kinder am neuen Ort ein und fühlen sie sich dort wohl? Die Forschung geht daher davon aus, dass Entscheidungen über regionale Mobilität in mehreren Stufen erfolgen. Gedanken über eine räumliche Veränderung werden oft durch äußere Ereignisse eingeleitet, zum Beispiel ein attraktives Stellenangebot an einem anderen Ort für sich selbst oder den Partner, oder die Einsicht, in der Wohnregion trotz langer Suche keine passende Stelle gefunden zu haben.

Die IAB-Forscher konnten in dem Zuge auch die Unterschiede bei der regionalen Mobilität von Erwerbstätigen und Arbeitslosen beantworten. Dabei liegt laut der Experten die generelle Bereitschaft zur Stellenannahme bei Arbeitslosen höher als bei Erwerbstätigen. Die Umzugsbereitschaft für eine neue Stelle ist zwischen beiden Gruppen vergleichbar. "Das Vorurteil vom arbeitsunwilligen Leistungsempfänger konnte somit einmal mehr entkräftet werden", so die IAB-Arbeitsmarktexperten auf der IAB-Website. Die Bereitschaft von Arbeitslosen, eine Arbeitsstelle an einem anderen Ort beziehungsweise in einer anderen Region anzunehmen, wird beeinflusst von Ermutigungen aus dem sozialen Umfeld.

Artikel teilen:

zurück

Willkommen in unserem Social Media Room

Wir sind für Sie auch auf den Social Media Kanälen unterwegs, damit Sie schnell und bestens über unsere Themen informiert sind.

Ob Twitter, YouTube oder Xing – unsere Social Media Profile bieten ausreichend Raum, um Themen zu vertiefen, sich auszutauschen, für Informationen, tagesaktuelle Reaktionen und Inspiration. Wir wünschen Ihnen anregende Unterhaltung und freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!

Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

E-Mail schreiben

XING

Folgen Sie unserem Xing-Profil: Dort informieren wir über unsere Veranstaltungen, Seminare und das Neueste aus der Verbandsarbeit der Personaldienstleister.

Zum XING Profil