Fachkräftemangel verschärft sich trotz Konjunkturschwäche.

Neuer DIHK-Report: Immer mehr Unternehmen müssen daher Aufträge ablehnen.

Foto: Pixabay/PublicDomainPictures

Trotz der derzeitig trüben konjunkturellen Lage hat sich der Fachkräftemangel in Deutschland nicht entschärft. Unternehmen haben es stattdessen weiterhin schwer, geeignetes Personal zu finden. Dies macht der neue Fachkräftereport 2020 des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) deutlich.

Über alle Branchen hinweg erklärten demnach 47 Prozent der Unternehmen, dass sie für offene Stellen auch langfristig keine passenden Bewerber finden. Im Vergleich zur Vorjahresumfrage hat sich der Anteil der betroffenen Unternehmen somit um lediglich zwei Prozentpunkte verringert. Selbst in der Industrie, wo sich die Rezession besonders bemerkbar macht, ging der Anteil der Unternehmen, die massive Schwierigkeiten mit Stellenbesetzungen haben, lediglich von 53 Prozent im Herbst 2018 auf nun 45 Prozent zurück. Gleichzeitig hat sich der Mangel in weniger konjunkturanfälligen Branchen weiter verschärft, wie die DIHK-Umfrage verdeutlicht.

So stieg der Anteil der betroffenen Unternehmen in der Sicherheitswirtschaft von 71 auf 79 Prozent. Unter den Anbietern von Gesundheits- und Sozialdienstleistungen konnten sogar 80 Prozent offene Stellen längerfristig nicht besetzen, was den höchsten Wert im Branchenvergleich bedeutet. Hauptgrund: Hier schlägt die Alterung der Gesellschaft doppelt durch, denn mehr Arbeitskräfte scheiden aus dem Berufsleben aus, während gleichzeitig die Nachfrage nach geeignetem Personal für diese Dienstleistungen kontinuierlich zunimmt.

In der Befragung sollten die Unternehmen auch angeben, welche Folgen der anhaltende Fachkräftemangel für ihr Geschäft hat. 39 Prozent gaben an, dass sie ihr Angebot einschränken und öfter Aufträge ablehnen müssen. Im Dienstleistungsbereich lag der Anteil bei 43 Prozent und am Bau sogar bei 66 Prozent. Daher rechnen 62 Prozent der Unternehmen auch damit, dass der Personalmangel zu Mehrbelastungen der Belegschaften führen wird. In der
Industrie und am Bau ist dieser Anteil mit 67 Prozent sogar noch höher.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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