DIW: Gender Pay Gap bei Führungskräften besonders stark ausgeprägt

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat in einer aktuellen Studie zum Verdienst ermittelt, dass unter den vollzeitbeschäftigten Führungskräften in Deutschland Frauen nur 70 Prozent der Verdienste der Männer erzielen. Die sogenannte „Gender Pay Gap“ beträgt also 30 Prozent. Als Datengrundlage für diese Untersuchung diente der Bruttostundenverdienst vollzeitbeschäftigter Führungskräfte in der Privatwirtschaft. Demnach verdienen Männer in Führungspositionen durchschnittlich 29,30 Euro brutto je Stunde, Frauen hingegen nur 20,60 Euro.

Verschiedene Faktoren begründen die Gender Pay Gap

In seiner Studie schlüsselt das DIW auch die Zusammensetzung dieser Gender Pay Gap auf. Jeweils sieben Prozent der Verdienstdifferenzen gehen dabei zum einen auf Unterschiede bei der Berufserfahrung in Vollzeit und zum anderen auf Unterschiede in der Sozialstruktur zurück, zu der beispielsweise die Verortung in Ost- oder Westdeutschland gehört. Weitere zehn Prozent begründen sich durch Differenzen im Humankapital, also dem Arbeitsvermögen der jeweiligen Führungskraft. Nach Herausrechnen dieser geschlechtsspezifischen Merkmalsunterschiede verbleibt aber trotzdem eine nicht zu erklärende Verdienstlücke von elf Prozent zwischen weiblichen und männlichen Führungskräften in Deutschland. Wie das DIW in seiner Studie aufzeigt, ist die Gender Pay Gap in Führungspositionen somit noch ausgeprägter als im Durchschnitt aller Beschäftigten. Hier liegt der Unterschied bei 22 Prozent, wovon sechs Prozent unerklärt bleiben.

Europäische Nachbarn machen Maßnahmen zur Verkleinerung der Verdienstlücke vor 

Um die erhebliche Gender Pay Gap in Deutschland zu verringern, empfiehlt das DIW sich an anderen europäischen Ländern zu orientieren, die hierfür konkrete Maßnahmen erfolgreich umgesetzt haben. So ist in Frankreich bei Unternehmen ab einer gewissen Größe eine Software zur Dokumentation von Verdienstunterschieden vorgeschrieben und in Großbritannien sind Betriebe mit über 250 Beschäftigten verpflichtet, die Angaben zur Gender Pay Gap öffentlich zu machen.    

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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