Digitaler Bewerbungsprozess auf dem Vormarsch

© pixabay

++ Aktuelle Studie: Corona befördert digitales Bewerben in Deutschland – Personaldienstleister und –abteilungen unter hohem Anpassungsdruck. ++

In einer gemeinsamen Studie von StepStone und dem Bundesverband der Personalmanager (BPM) zeigt sich, dass aufgrund der Corona-Kontaktbeschränkungen Video-Interviews zum zentralen Instrument für Vorstellungsgespräche geworden sind. Anfang 2020 setzte nur gut jedes dritte Unternehmen Video-Interviews ein. Im Mai waren es dagegen bereits 60 Prozent. Drei von vier Personalern sind der Meinung, dass digitale Kompetenzen bestärkt durch die Krise relevanter werden. Gleichzeitig räumt jeder zweite Personaler fehlendes Know-How und mangelnde Erfahrung im Umgang mit digitalen Technologien ein.

Insgesamt wurden rund 2.600 Personalmanager und etwa 10.200 Kandidaten zu ihren Erfahrungen zum digitalen Bewerbungs- und Recruitingprozess befragt. Es wurden Online-Befragungen im Januar und im Mai 2020 durchgeführt, sodass eindeutige Auswirkungen der Coronakrise auf die Arbeit von Personalern abzulesen sind.

Weitere Ergebnisse der Befragung im Mai 2020 sind:

•    Vier von zehn Personalabteilungen betreiben Active Sourcing und durchsuchen Lebenslaufdatenbanken auf passende Kandidaten.
•    Jeder Vierte optimiert die eigenen Stellenanzeigen für Suchmaschinen.
•    Jeder Fünfte setzt E-Assessment-Tools ein.
•    Immerhin 16 Prozent setzen laut eigenen Aussagen bereits sog. Predictive Analytics ein, um die Entwicklung des eigenen Personalbedarfs und/oder des Arbeitsmarktes zu analysieren.

Kandidaten bevorzugen digitale Bewerbung

Fast zwei Drittel der Bewerber sind der Ansicht, der Bewerbungsprozess sollte bis zum Vorstellungsgespräch digital ablaufen. Die Bewerber wollen dabei ihre Bewerbung digital einreichen und einfache, formale Fragen im Vorfeld der Bewerbung klären. Bei der Bewertung der einzelnen digitalen Tools bewerten zum Beispiel 85 Prozent der Bewerber die „One-Klick-Bewerbung“ als „positiv/hilfreich“.

Laut der Studie ist das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten bei den Kandidaten für digitale Technologien groß. Nur jeder Fünfte gibt an, dass die eigenen Kenntnisse nicht ausreichend sind. Allerdings kennen die meisten Nutzer bislang nur gängige Tools wie Online-Bewerbermanagementsysteme oder Lebenslaufdatenbanken. Nur gut jeder Fünfte hat vor Corona Erfahrungen mit Video-Interviews gemacht.

Insgesamt bewerten die Kandidaten ihre Erfahrungen mit dem digitalen Bewerben positiv. Allerdings haben 45 Prozent auch schlechte Erfahrungen mit digitalen Instrumenten wie Online-Bewerbermanagementsystemen gemacht. Aufwendige und umständliche Systeme führen schnell zum Abbruch des Bewerbungsprozesses seitens des Bewerbers.

Schon mal vormerken: Die BAP Akademie bietet Personaldienstleistern Weiterbildungen im Bereich Bewerberansprache und Recruiting. Das Seminarangebot für das 2. Halbjahr wird in Kürze veröffentlicht.

Artikel teilen:

zurück