„Die Personaldienstleister haben mich an ihrer Seite.“

Ministerpräsident Michael Kretschmer auf der Regionalkonferenz OST „ARBEIT & PERSONAL“.

Sebastian Lazay, Michael Kretschmer (v.l.) / Fotograf: Jan Konitzki

Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, sprach auf Einladung des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister e.V. (BAP) vor über 200 Teilnehmern auf dessen Regionalkonferenz OST „ARBEIT & PERSONAL“ in der Alten Wollkämmerei in Leipzig. Er fand in seinem Vortrag klare Worte und versicherte: „Die Personaldienstleister sollen wissen, dass sie mich bei der Anwerbung von Experten an ihrer Seite haben.“ Dabei sprach sich Kretschmer klar für die vom BAP geforderte Öffnung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes für die Zeitarbeit aus, wodurch auch die Personaldienstleister Fachkräfte aus Drittstaaten anwerben könnten. Kretschmer ermunterte den BAP, die Interessen der Branche weiterhin aktiv in den politischen Prozess einzubringen, denn „auch in der Zeitarbeitsbranche steht das Verhältnis zwischen wirtschaftlicher Freiheit und Ertrag zunehmend nicht mehr im Einklang.“ Verschärft werde die Situation durch den immer größer werdenden Fach- und Arbeitskräftemangel, die Digitalisierung der Arbeitswelt, den demografischen Wandel und den konjunkturellen Abschwung.   

„Das Recruiting“, betonte BAP-Präsident Sebastian Lazay daher in seiner Begrüßungsrede, „stellt auch für uns Personaldienstleister eine ganz wesentliche Herausforderung dar. Die Suche nach Talenten steht immer stärker im Fokus.“ Herausfordernd seien auch die derzeit laufenden Tarifverhandlungen für die Branche. Lazay machte deutlich, dass die Forderungen der gewerkschaftlichen Tarifgemeinschaft Zeitarbeit für die Personaldienstleister, die aktuell erheblich von der negativen wirtschaftlichen Entwicklung getroffen würden, nicht umsetzbar seien und bekräftigte: „Die Verhandlungsgemeinschaft Zeitarbeit von BAP und iGZ wird alles dafür tun, um einen Tarifabschluss zu erzielen, der unsere berechtigten Interessen als Arbeitgeber angemessen berücksichtigt.“      

Der Arbeitskräftemangel stand auch im Fokus des Grußwortes von Dr. Thomas Hofmann, dem Hauptgeschäftsführer des Kooperationspartners IHK Leipzig, der deutlich machte: „Der zunehmende Mangel an Fachkräften wird die Unternehmen immer stärker in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung behindern. Diese Problematik ist ein wesentlicher Faktor für die derzeitige konjunkturelle Flaute.“

BAP-Vorstandsmitglied Tina Voß und Julia Wohlfeld, die Geschäftsführerinnen der Tina Voß GmbH, konfrontierten das Publikum anschließend mit der provokanten Frage, ob ihr Unternehmen sexy für Bewerber sei. Beide betonten, dass es kein Patentrezept, aber viele Stellschrauben gebe, um als Arbeitgeber für die besonders im Fokus stehende Generation Y attraktiv zu sein. Voß und Wohlfeld erklärten: „Bei den Firmen muss sich die Erkenntnis durchsetzen, dass bei den Bewerbern zunehmend das Herz und nicht mehr der Kopf den Ausschlag dafür gibt, sich für ein Unternehmen zu entscheiden.“  

Eine zielführende Maßnahme zur Entgegnung des Arbeitskräftemangels sei es, Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund stärker als bisher in den Arbeitsmarkt zu integrieren, betonte Kay Tröger, Koordinator des IQ (Integration durch Qualifizierung) Netzwerks Sachsens. Diese verfolgt das Ziel, die Arbeitsmarktchancen von Migranten u.a. durch „Fachinformationszentren Zuwanderung“ zu verbessern. Im Kern deren Arbeit stehen insbesondere die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung für Menschen mit ausländischen Abschlüssen. Deutlich machte Tröger, dass es für die Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt keine Alleinverantwortung gebe, sondern nur durch die Vernetzung mit bereichsübergreifenden Handlungsansätzen gelingen kann.

Über aktuelle rechtliche Entwicklungen informierten schließlich die Leiter der BAP-Rechtsabteilung, Christiane Brose und Alexander Schalimow, wobei der Fokus neben der Beschäftigung von Ausländern in der Zeitarbeit und dem Befristungsrecht auch beim Urlaubsrecht und den laufenden Tarifverhandlungen lag.

Die Regionalkonferenz OST war Teil einer neuen Veranstaltungsreihe des Verbandes. Diese bietet jährlich in den vier BAP-Regionen Nord, Süd, Ost und West Fachwissen und Impulse von Gastrednern aus unterschiedlichen Perspektiven zu den Trends rund um die Themen Arbeit und Personal mit direktem Praxisbezug.

Die nächste Regionalkonferenz WEST findet am 21. November in Bonn statt. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten erhalten Sie unter www.bap-regionalkonferenz.de und auf Twitter unter #RKAP. Auf dieser Webseite finden Sie zudem ab kommender Woche eine umfangreiche Fotogalerie der Veranstaltung, das Veranstaltungsvideo sowie die Präsentationen der Referenten zum Download.

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Doris Droste
Doris Droste
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