Destatis: Tarifverdienste steigen im 2. Quartal 2017 an

In den Monaten April bis Juni 2017 sind die Tarifverdienste – gemessen am Index der tariflichen Monatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen – durchschnittlich 3,8 Prozent höher als im Vorjahresquartal. Das ist der höchste Anstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2011. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, lag der Anstieg ohne Sonderzahlungen im zweiten Quartal 2017 im Vorjahresvergleich bei 3,4 Prozent. Im gleichen Zeitraum erhöhten sich die Verbraucherpreise um 1,7 Prozent.

Den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung hatte wie schon im Vorquartal der Doppelabschluss im Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes des Bundes und der Gemeinden. Hinzu kam die Auszahlung des Tarifabschlusses für die Beschäftigten der Länder in Höhe von 2,0 Prozent, mindestens aber 75 Euro. Besonders deutlich zeigen sich diese Effekte in den Branchen Wasserversorgung und Entsorgung, Öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung sowie im Gesundheits- und Sozialwesen mit einer Tarifsteigerung von jeweils + 4,5 Prozent. Der hohe Anstieg der Tarifverdienste im Verarbeitenden Gewerbe (+ 4,1 Prozent) lässt sich vor allem auf die Tarifentwicklung in der Metall- und Elektroindustrie zurückführen. Zusätzlich zur Tariferhöhung von 2,8 Prozent zum Juli 2016 wirkte sich hier im zweiten Quartal 2017 die zweite Stufenerhöhung in Höhe von 2,0 Prozent zum April 2017 aus.

Überdurchschnittlich entwickelten sich die Tarifverdienste innerhalb eines Jahres mit einem Plus von 7,4 Prozent im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden. Deutlich unter dem Durchschnitt - im Vergleich zum zweiten Quartal 2016 - lag die Tarifentwicklung vor allem im Gastgewerbe (+ 0,9 Prozent) und im Handel (+ 1,1 Prozent).

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