BIBB: Schlechte Ausbildungschancen für junge Migrantinnen und Migranten

Lediglich 29 Prozent der Ausbildungsstellenbewerber/-innen mit Migrationshintergrund haben 2016 eine duale Berufsausbildung gestartet. Bei Bewerbern ohne Migrationshintergrund waren es 47 Prozent. Wie eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigt, ist die Einmündungsquote von Migrantinnen und Migranten im vergangenen Jahr so gering wie zuletzt 2004.

Ungleiche Chancen selbst bei gleichem Schulabschluss
Für seine Analyse befragte das BIBB im Zeitraum 2004 bis 2016 ausbildungsreife Jugendliche, die bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) als Bewerber/-innen um einen Ausbildungsplatz gemeldet waren. Die Gruppe der in 2015 und 2016 nach Deutschland Geflüchteten ist in den Befragungsdaten unterrepräsentiert, da sich bis 2016 erst sehr wenige als Ausbildungsstellenbewerber/-innen bei der BA gemeldet hatten. Generell sind die schlechteren Einmündungschancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund laut BIBB nicht nur auf niedrigere Schulabschlüsse zurückzuführen: „So sind junge Migrantinnen und Migranten selbst bei gleichem Schulabschluss immer viel seltener in eine duale Ausbildung eingemündet“, heißt es in der Pressemitteilung des BIBB. „Im Jahr 2016 haben sie sogar bei Vorliegen einer Studienberechtigung nicht so häufig einen Ausbildungsplatz gefunden wie Jugendliche ohne Migrationshintergrund mit Hauptschulabschluss.“

Weniger Vorstellungsgespräche trotz intensivem Bemühens
Die Gruppe der der Bewerber /-innen mit Migrationshintergrund hat sich seit 2004 stark verändert: Im Jahr 2016 sind 65 Prozent der Jugendlichen in Deutschland geboren und verfügen über sehr gute Deutschkenntnisse. Für 67 Prozent ist Deutsch die Muttersprache. 60 Prozent besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit. Das BIBB stellt bei den jungen Migrantinnen und Migranten ein intensives Bemühen um einen Ausbildungsplatz fest. „Sie erkundigten sich häufig bei den Betrieben nach Ausbildungsangeboten, verschickten viele schriftliche Bewerbungen, oft für eine Reihe unterschiedlicher Berufe“, so das BIBB. Im Vergleich zu Bewerbern ohne Migrationshintergrund wurden sie jedoch deutlich weniger zu Vorstellungsgesprächen oder Einstellungstests eingeladen.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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