Zu wenig Fachkräfte aus Drittstaaten kommen nach Deutschland

Seit rund einem Jahr (Juli 2013)  ist der deutsche Arbeitsmarkt zugänglich für beruflich qualifizierte Fachkräfte aus den sogenannten Drittstaaten – also Staaten außerhalb der EU. Wie die Tageszeitung „DIE WELT“ aktuell berichtet, gibt es allerdings kaum Zuzug der Nicht-EU-Ausländer mit beruflicher Qualifikation. Dabei gebe es besonders bei den sogenannten „mittleren Qualifikationen“, wie die „WELT“ es ausdrückt erheblichen Fachkräftemangel – so unter anderem bei den Pflegekräften.

 Die Tageszeitung bezieht sich in ihrem Bericht auf Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA). Demnach sin lediglich 170 beruflich qualifizierte Fachkräfte zwischen Juli 2013 und Juli2014 in die Bundesrepublik eingewandert. Die Arbeitgeber Deutschland alarmiert diese Tatsache. „Insbesondere in Berufen, die eine duale Ausbildung erfordern – etwa in der Metall- und Elektroindustrie oder der Altenpflege – fehlen vielerorts qualifizierte Fachkräfte“, zitiert die „WELT“ die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA). Weiter heißt es, es sei „bedenklich, dass sich die Engpässe bei besonders gefragten Qualifikationen kaum entschärft hätten“. Wie die Zeitung betont, wies jüngst auch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) darauf hin, dass bis zum Jahr 2020 der Fachkräftemangel vor allem in den sogenannten MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) massiv zu spüren sei.

Der Artikel nennt eine Hauptursache für die für die Wirtschaft so bedenkliche Entwicklung: Den Angaben zufolge haben sich die vereinfachten Zugangsbedingungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt schlicht noch gar nicht wirklich herumgesprochen. Die Neuregelung sei bisher kaum beworben worden, lautet eine entsprechende Passage im Text. Zur Zeit werde auch spekuliert, dass die Bundesregulierung im Wahlkampfjahr mit einem „eher unpopulären Thema“ nicht hätte auffallen wollen – dies würde eine Erklärung liefern, dass die vereinfachten Zugangsbedingungen bisher nicht effektiv genug beworben wurden.  Allerdings kommt in der „WELT“ auch ein Experte zu Wort. Seiner Meinung nach tragen auch Unternehmer kleinerer Betriebe zu den jüngsten Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt bei: Denn sie würden sowohl die Kosten als auch den Aufwand scheuen, beruflich gut qualifizierte Fachkräfte aus Drittstaaten anzuwerben, da Sprachkurse und sonstige Integrationsbemühungen stets mit bedacht werden müssten.




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