Wirtschaftsforscher rechnen mit verhaltenem Wirtschaftswachstum

Im April hat sich die Stimmung deutscher Unternehmensführer etwas eingetrübt – bleibt aber „positiv“. Dies geht aus dem ifo-Geschäftsklimaindex des Münchener ifo Instituts hervor, der für die gewerbliche Wirtschaft um 0,1 Punkte auf 106,6 Punkte zurückging. Dem Nachrichtenmagazin „n-tv“ zufolge rechneten Ökonomen hingegen mit einem Anstieg auf 107,0 Punkte. Mit der aktuellen Lage seien deutsche Firmenchefs demnach „weniger zufrieden“ – die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate beurteilten diese jedoch etwas besser.

„Die deutsche Wirtschaft bleibt in einem moderaten Aufschwung“, kommentiert Clemens Fuest, neuer Präsident des ifo Instituts, die Einschätzungen von rund 7.000 befragten Unternehmensführern für April. Obwohl der Index für die aktuelle Lage von 113,8 Punkten auf 113,2 Punkte von März auf April fiel, erhöhten sich die Erwartungen der Geschäftsführer für die nächsten sechs Monate leicht. Hier legte der Erwartungsindex leicht um 0,4 Zähler auf 100,4 Punkte zu.

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnen „n-tv“ zufolge jedoch vor einem „Konjunktur-Dämpfer“ in den kommenden Monaten. „Auf den ersten Blick geht es der deutschen Wirtschaft ganz gut“, erklären die IW-Forscher zur jetzigen Konjunkturlage. Trotz Beschäftigungsrekord und guter Kaufkraft rechnet das Institut in seiner aktuellen Konjunkturprognose jedoch damit, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr zwar noch um 1,5 Prozent wachsen wird, die langfristigen Aussichten sich aber eintrüben werden. Insbesondere beim Export werde das Wachstum geringer ausfallen, weil die Lohnstückkosten in der Industrie steigen und auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen drücken würden. Diese Einschätzung wird auch von Ulrich Grillo, Präsident des BDI, gestützt. Der BDI-Präsident befürchtet laut „n-tv“ einen „Wachstumseinbruch“, wenn die „derzeit günstigen Rahmenbedingungen wie niedrige Ölpreise und Zinsen“ wegfallen würden.

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