Wie viele Akademiker braucht die Wirtschaft? – DIHK-Präsident will stärker für duale Ausbildung werben

Viele Bachelor-Absolventen sind nach Auffassung des Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, nicht gut für den Arbeitsmarkt vorbereitet, wenn sie die Universität verlassen. In einem Interview mit der „Welt“ bemängelte er, dass sich immer mehr Unternehmen mit Bachelor-Absolventen schwer täten. Gerade in den letzten vier Jahren seien die Erwartungen der Betriebe an Berufsanfänger mit diesem Abschluss in vielen Fällen nicht erfüllt worden. Wegen der „Überakademisierung“ solle die Zahl der Studienplätze wieder verknappt und stattdessen mehr für die duale Ausbildung geworben werden, forderte der DIHK-Chef.

Schweitzer wies darauf hin, dass nur noch 47 Prozent der befragten Unternehmen mit den Kenntnissen der Berufsanfänger mit Bachelor-Abschluss zufrieden seien. Gegenüber 2011 sei das ein Unterschied von 16 Prozentpunkten. Dies sei eine „besorgniserregende Entwicklung“. Hinzu komme noch, dass lediglich „15 Prozent der Betriebe sagen, dass die Bachelor-Absolventen gut auf den Arbeitsmarkt vorbereitet sind“.

Eine der Ursachen sei, dass anders als früher heute das Verhältnis von jungen Menschen in Ausbildung und der Zahl der Studienanfänger ausgeglichen sei. Der Boom bei den Studentenzahlen gehe zulasten der dualen Ausbildung. Der DIHK-Chef ist der Auffassung, dass viele heute studierten, die eigentlich in einer Berufsausbildung besser aufgehoben wären. Viele Unternehmen, insbesondere kleine, stießen bei der erforderlichen Nachqualifizierung schnell finanziell und zeitlich an ihre Grenzen. Schweitzer erhob die Forderung, die Universitäten müssten dafür sorgen, die Bewerber für den Arbeitsmarkt fit zu machen. Dies könne nicht auf die Wirtschaft abgeschoben werden.

Der DIHK-Präsident sprach sich in dem Interview mit der „Welt“ unter anderem auch für schärfere Zulassungsbeschränkungen an den Universitäten und eine bessere Berufsorientierung insbesondere an den Gymnasien aus. „Die Gesellschaft muss aufhören, das Studium als das Nonplusultra anzusehen. Wir werden im Ausland nicht für die steigenden Studentenzahlen bewundert, sondern wir werden gebeten, unser fast einmaliges System der dualen Ausbildung in andere Länder zu tragen“, so Schweitzer wörtlich.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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