Widersprüchliche Signale für die Konjunktur?

Markit-Index signalisiert wirtschaftliche Erholung, IWF sagt Ende des schnellen Wachstums voraus

Die Unternehmensstimmung im Euroraum hat sich im März zum vierten Mal in Folge verbessert. Der Einkaufsmanagerindex, eine Umfrage unter leitenden Angestellten, stieg um 0,7 Punkte auf 54,0 Zähler, wie das Forschungsinstitut Markit mitteilte. Das ist der höchste Stand seit April 2014. Der Indikator steige dabei zwar immer deutlicher über die Wachstumsgrenze von 50 Punkten. Noch sei allerdings nicht sicher, „ob die Wirtschaft der Eurozone eine ausreichende Dynamik entwickelt hat, um eine kräftige und nachhaltige Erholung zu sichern“, schränkt Markit-Chefökonom Chris Williamson ein. Sicher sei jedoch, dass die Eurozone derzeit den stärksten Wachstumsschub seit dem Jahr 2011 verzeichne. Sowohl im Dienstleistungssektor als auch in der Industrie habe sich die Stimmung im März weiter verbessert. Der Service-Indikator liege aber spürbar höher als die Kennzahl für das Verarbeitende Gewerbe. Der Gesamtindex liegt zurzeit besonders hoch in Irland (59,8 Punkte), gefolgt von Spanien (56,9) und Deutschland (55,4).

Dem gegenüber meldet das Statistische Bundesamt, dass die deutschen Industriebetriebe im Februar einen weiteren Rückschlag beim Ordereingang hinnehmen mussten. Der preisbereinigte Auftragseingang lag saison- und arbeitstäglich bereinigt 0,9 Prozent niedriger als im Vormonat. Experten hatten hingegen einen Anstieg um 1,5 Prozent erwartet, berichtet die Nachrichtenagentur „dpa“.

Vor allzu großer Euphorie warnt auch der Internationale Währungsfonds (IWF). „Nicht das Ende des Wachstums sagt der IWF voraus, wohl aber das Ende des schnellen Wachstums“, heißt es in der „Berliner Zeitung“. Das alte Niveau mit einem jährlichen Zuwachs von zweieinhalb Prozent werde in den sogenannten reichen Ländern nicht mehr erreicht. Aber auch in den Schwellenländern laufe der große Boom aus, denn hier würde das Wachstum statt bisher fast sieben Prozent künftig gut fünf Prozent erreichen. „Der Lebensstandard in China und  Lateinamerika, aber auch in Europa und Deutschland nimmt langsamer zu als erwartet“, prognostiziert der Fonds in seinem neuen Weltwirtschaftsausblick (Global Economic Outlook). Als wichtigste Gründe für diese weltweite Verlangsamung des Wirtschaftswachstuns nennt der IWF die Finanzkrise, die demografische Entwicklung und nur noch kleinere Produktivitätsgewinne durch technischen Fortschritt.

Für Deutschland mit seiner stark alternden Bevölkerung haben die führenden Forschungsinstitute in ihrem Gemeinschaftsgutachten für die Bundesregierung das Wachstumspotenzial von 2013 bis 2019 auf nur noch 0,9 Prozent beziffert, während es im Zeitraum von 1995 bis 2013 noch 1,3 Prozent waren. Damit läge Deutschland noch unter dem Wachstum von 1,6 Prozent, das der IWF für die reichen Länder in der Zeit von 2015 bis 2020 voraussagt.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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