„Tendenziell überschätzt“: Frühverrentungen von Hartz-IV-Empfängern

Wie „Die Welt“ heute auf Basis ihr vorliegender Zahlen berichtet, hat sich die Zahl der Hartz-IV-Empfänger, die vorzeitig in Rente gehen, in den letzten sechs Jahren verdreifacht. Im Juli 2008 waren es knapp 800 Rentner, im Juli dieses Jahres waren es bereits 2.700. Hartz-IV-Empfänger können von den Jobcentern aufgefordert werden, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. Wer freiwillig und wer gezwungenermaßen „verrentet“ wird, lasse sich aus der Statistik jedoch nicht herauslesen, so die Zeitung.

Während Gewerkschaften und Sozialverbände den heute zum Thema tagenden Bundestagsausschuss alarmieren und sich für die Abschaffung der „Zwangsverrentung“ einsetzen, halten Kommunen und Landkreise das Problem für „tendenziell überschätzt“, heißt es in der „Welt“. Für arbeitende Hartz-IV-Bezieher könne die Rente durchaus lukrativ sein, da die Einnahmen aus Minijobs bis 450 Euro nicht mit dem Arbeitslosengeld II verrechnet würden. Diese Konstellation sei in der Praxis häufig anzutreffen, zitiert das Blatt aus einer Stellungnahme der Länder und Kommunen. Zu einem ähnlichen Schluss kommen auch die Arbeitgeber: Hartz-IV solle nur der bekommen, der sich selbst nicht helfen kann, also kein Einkommen oder Vermögen hat. Es sei nicht nachvollziehbar, warum Rentenansprüche anders behandelt werden sollten als Einkommen und Vermögen, so die Argumentation der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) gegenüber der „Welt“.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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