Studie: Arbeitsmarkt braucht auf Dauer mehr Einwanderer

Der deutsche Arbeitsmarkt benötigt nach Ansicht von Experten langfristig mehr Einwanderer. Sonst drohe in Deutschland ein Rückgang der Erwerbsfähigen von heute rund 45 Millionen auf unter 29 Millionen im Jahr 2050, wie eine Studie der Bertelsmann Stiftung prognostiziert. „Deutschland braucht in den nächsten Jahrzehnten jedes Jahr im Schnitt mehr als eine halbe Million Zuwanderer, wenn es die Zahl der Arbeitskräfte und sein Sozialsystem bis zum Jahr 2050 stabil halten will“, schreibt dazu „Die Welt“ in ihrer Online-Ausgabe.

Eine Netto-Zuwanderung von 470.000 Menschen wie im vorigen Jahr würde in den kommenden zehn Jahren zwar ausreichen, um die Zahl der Arbeitskräfte in Deutschland konstant zu halten, errechneten Experten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit und der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Coburg. Doch ab 2026 steigt der Bedarf an Einwanderern auf mindestens 600.000 pro Jahr, weil dann die Generation der sogenannten Baby-Boomer ins Rentenalter kommt.

Wie die Nachrichtenagentur „KANN“ berichtet, gehen die Autoren der Studie davon aus, dass sich das für 2013 errechnete Rekordhoch mit 300.000 Zuwanderern aus anderen EU-Staaten wegen des Bevölkerungsrückgangs  in ganz Europa nicht fortschreiben lasse. Auch werde nach einer wirtschaftlichen Erholung in diesen Ländern der Anreiz zur Auswanderung sinken. Bis 2050 kämen im Schnitt nur noch bis zu 70.000 Einwanderer pro Jahr aus EU-Staaten. Deshalb, sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung, gegenüber der „Welt“, dürfe Deutschland sich nicht auf eine weiterhin hohe Einwanderung aus der EU verlassen. „Wir müssen jetzt die Weichen stellen, damit Deutschland als Einwanderungsland auch für Drittstaatler attraktiver wird.“ Für Dräger gehört dazu ein neues, transparentes Einwanderungsgesetz als Willkommenssignal. Um die Attraktivität Deutschlands für ausländische Fachkräfte zu steigern, seien außerdem Sprachförderung, gesellschaftliche Gleichstellung und Schutz vor Diskriminierung notwendig.

Die Studienautoren räumen ein, dass der tatsächliche Bedarf an Arbeitskräften schwer vorauszusagen ist. Wegen der Alterung der Gesellschaft würden die Staatshaushalte und sozialen Sicherungssysteme in Deutschland ohne Netto-Zuwanderung aber vor unlösbare Probleme gestellt.

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Doris Droste
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