Statistisches Bundesamt: Staatsschulden sanken 2015 um 1,0 Prozent

Aufgrund der guten Konjunktur und hoher Steuereinnahmen ist es dem deutschen Staat im vergangenen Jahr gelungen, Schulden abzubauen. Mit einem Stand in Höhe von 2.022,6 Milliarden Euro war der öffentliche Gesamthaushalt, zu dem Bund, Länder, Gemeinden/Gemeindeverbände und Sozialversicherung zählen, beim nicht-öffentlichen Bereich wie Kreditinstituten sowie bei in- und ausländischen Unternehmen verschuldet. Wie das Statistische Bundesamt nach Erhebung absoluter Zahlen mitteilt, konnte der Staat damit seine Schuldenlast um 1,0 Prozent oder 21,4 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr reduzieren.

Den größten absoluten Rückgang verzeichneten die Statistiker 2015 beim Bund, dessen Schulden im Vergleich zum Vorjahr um 24,9 Milliarden Euro oder 1,9 Prozent auf 1.265,0 Milliarden Euro sanken. In den Ländern belief sich der Schuldenstand im vergangenen Jahr auf 612,9 Milliarden Euro – 0,2 Prozent oder 1,1 Milliarden Euro weniger als im Jahr zuvor. Von der Entwicklung profitieren konnten insbesondere die Bundesländer Sachsen mit einem Rückgang der Schulden um 27,0 Prozent und Bayern mit einem Minus von 10,0 Prozent. In Niedersachsen jedoch wuchs die öffentliche Schuldenlast um 6,4 Prozent sowie in Bremen um 5,5 Prozent. Den prozentual stärksten Rückgang verzeichneten die Statistiker allerdings bei der Sozialversicherung, die der „Welt“ zufolge von der niedrigen Arbeitslosigkeit profitierte. In diesem Bereich sank die Verschuldung um 12,9 Prozent oder 72 Millionen Euro auf 489 Millionen Euro.

Die Schuldenlast bei den Gemeinden und Gemeindeverbänden legte dagegen zu. Hier stieg die Verschuldung um 3,4 Prozent beziehungsweise 4,7 Milliarden Euro auf einen Stand von 144,2 Milliarden Euro. Spitzenreiter bei den Gemeinden sind Baden-Württemberg mit einem Zuwachs des Schuldenstandes um 18,9 Prozent und Nordrhein-Westfalen, wo das Statistische Bundesamt eine Erhöhung von 5,9 Prozent ermittelte. Die Gemeinden müssen allerdings nunmehr die Verschuldung öffentlicher Holdinggesellschaften „auf ihre Bücher nehmen [...], damit die Schuldenlast transparent wird“, heißt es dazu in der „Welt“. Ohne Berücksichtigung dieser neuen Berechnungsmethode würde die Schuldenlast nur 3,1 Prozent in Baden-Württemberg und 3,6 Prozent in Nordrhein-Westfalen betragen. Der Behörde zufolge waren dagegen die Rückgänge der Schuldenstände von Gemeinden und Gemeindeverbänden „in Thüringen (– 4,5 %) und Sachsen-Anhalt (– 2,7 %) besonders hoch“.

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