Statistisches Bundesamt: Homeoffice bleibt Ausnahme

Im Gegensatz zu früheren repräsentativen Umfragen sind laut dem Statistischen Bundesamt weitaus weniger Beschäftigte in Deutschland im Homeoffice tätig: Wie „Die Welt am Sonntag“ berichtet, arbeiteten 2013 nur 7,6 Prozent aller abhängig Beschäftigten „manchmal“ oder „hauptsächlich“ von zu Hause aus. Noch nie seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1996 lag der Anteil derart niedrig. Das geht aus dem Mikrozensus hervor, bei dem das Statistische Bundesamt jährlich ein Prozent der Bevölkerung befragt. Zuletzt nahmen daran 830.000 Personen in 370.000 Haushalten teil und damit weit mehr als bei Umfragen der Meinungsforschungsinstitute, bei denen zumeist 1.000 oder 2.000 Bürger befragt werden.

Die neuen Zahlen zeigen, dass mit einem Anteil von 9,7 Prozent der Spitzenwert von Beschäftigten, die im Home Office arbeiteten, im Jahr 2008 erreicht wurde. „Seither ist der Anteil Jahr für Jahr zurückgegangen. 2012 fiel er erstmals seit 1999 wieder deutlich unter acht Prozent“, fasst „Die Welt am Sonntag“ das Ergebnis des Mikrozensus zusammen. Auch in absoluten Zahlen zeige sich ein Rückgang: Während die Zahl der Gesamtbeschäftigung zwischen 2011 und 2013 um 854.000 Personen gestiegen sei, ging „die Zahl derer, die angeben, ‚manchmal‘ zu Hause zu arbeiten, in diesem Zeitraum um 38.000 Personen zurück; und die Zahl der Arbeitnehmer, die ‚hauptsächlich‘ in den eigenen vier Wänden für ihren Arbeitgeber tätig sind, fiel um 18.000 Personen“, so die Zeitung.

Fachleute erklären sich die Entwicklung damit, dass sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber manchmal schlechte Erfahrung mit der Homeoffice-Tätigkeit machen. „Wenn eine Firma nicht aufpasst, kann es auch Wildwuchs geben“, sagte Christiane Flüter-Hoffmann, Expertin für Personalpolitik beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln), gegenüber der „Welt am Sonntag“. Wenn zu viele Mitarbeiter zu oft von zu Hause aus arbeiteten und ihre Arbeitsergebnisse nicht kontrolliert würden, könne nicht nur die Produktivität sinken, „sondern es finden auch zu wenige persönliche Begegnungen statt, die wichtig sind für das Vertrauen in Teams und die gemeinsame Ideenproduktion.“ Als Beispiel nennt Flüter-Hoffmann Yahoo: Vor zwei Jahren machte die Chefin des amerikanischen Internetkonzerns, Marissa Mayer, mit einer E-Mail an ihre Mitarbeiter Schlagzeilen. Sie beklagte darin, im Homeoffice würden die Kollegen langsamer arbeiten und außerdem schlechtere Leistungen bringen. „Wir müssen ein Yahoo sein, und das beginnt damit, dass wir physisch beieinander sind“, schrieb Mayer und führte deshalb die Anwesenheitspflicht wieder ein.

Flüter-Hoffmann geht trotzdem davon aus, dass sich die vom Statistischen Bundesamt ermittelte rückläufige Tendenz über kurz oder lang umkehren wird. „Immer mehr Arbeitnehmer arbeiten am Computer“, so die IW-Expertin. „Immer mehr werden von ihren Arbeitgebern mit Laptops und Smartphone ausgestattet, immer mehr können aus der Ferne auf die Netzwerke ihrer Firma zugreifen. Deshalb wird das mobile Arbeiten, und darunter eben auch das Arbeiten zu Hause, vermutlich zunehmen“, zitiert „Die Welt am Sonntag“ Flüter-Hoffmann.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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