Statistisches Bundesamt: Armutsgefährdungsquote in Deutschland deutlich niedriger als im EU-Durchschnitt

16,1 Millionen Menschen in Deutschland, also 20 Prozent der Bevölkerung, waren im vergangenen Jahr von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Seit 2008 ist der Anteil aber nahezu konstant geblieben. In der gesamten Europäischen Union waren dagegen im gleichen Zeitraum 23,7 Prozent von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, womit die Quote in der EU deutlich höher lag als in Deutschland (BAP berichtete). Zu diesen Ergebnissen kommt das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis der Erhebung „Leben in Europa“ (EU-SILC). Die Behörde weist allerdings auch darauf hin, dass in Deutschland der Schwellenwert für das mittlere Einkommen im vergangenen Jahr deutlich gestiegen ist. So galten bereits Alleinlebende, die weniger als 1.033 Euro je Monat erhielten, als armutsgefährdet – im Jahr zuvor betrug der Wert nur 987 Euro im Monat. „Für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren lag der Schwellenwert im Berichtsjahr 2015 bei 2 170 Euro im Monat“, schreiben die Statistiker dazu.

Zur Ermittlung der Armutsgefährdungsquote wird nicht die absolute Armut einer Person herangezogen, sondern „das von allen Haushaltsmitgliedern tatsächlich erzielte Haushaltseinkommen des Vorjahres“ dient als Grundlage. Als von Armut bedroht gelten demnach Personen, deren Einkommen „unter der Armutsgefährdungsgrenze (die Person ist also von Einkommensarmut bedroht)“ liegt, deren Haushalt „von erheblicher materieller Entbehrung betroffen“ ist, oder die „in einem Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung (bezogen auf die Erwerbsbeteiligung von Personen im Alter von 18 bis 59 Jahren)“ leben, wie es auf der Internetseite des Statistischen Bundesamtes heißt.

Nach dieser Kategorisierung waren 2015 insbesondere Frauen zwischen 18 und 65 Jahren hierzulande von Armut oder sozialer Ausgrenzung im Jahr 2015 betroffen, während Männer älter als 65 Jahre kaum gefährdet waren. Große Unterschiede zeigten sich jedoch, wenn die Lebenssituationen betrachtet werden, die als Zeichen von Armutsgefährdung gelten. Mit 16,7 Prozent lag der Anteil der von „monetärer Armut“ betroffenen Personen, die also über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügten,  am höchsten. Dies traf auf 13,4 Millionen Menschen im vergangenen Jahr zu. 4,4 Prozent der Bevölkerung verfügten nicht über ausreichend finanzielle Mittel, um Rechnungen oder Miete bezahlen zu können, und waren daher von materieller Entbehrung betroffen. Der Anteil der Personen, die in einem Haushalt mit niedriger Erwerbsbeteiligung lebten, betrug 9,8 Prozent. Dem Bundesamt zufolge waren EU-weit  „17,3 % der Bevölkerung von Armut bedroht, 8,1 % von erheblicher materieller Entbehrung betroffen, und 10,5 % lebten in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbsbeteiligung“.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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