RWI-Studie: Einkommensstarke tragen Großteil der Steuerzahlungen

Dass sogenannte Besserverdiener zu wenig zur Staatsfinanzierung beitrügen, wird oft behauptet, entspricht jedoch nicht der Realität. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) ermittelte in einer von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in Auftrag gegebenen und noch unveröffentlichten Studie, dass die Hauptlast einkommensstarke Haushalte mit einem Einkommen ab 70.000 Euro zu tragen haben. Die Mittelschicht würde daher bereits seit längerem entlastet, berichtet die „Welt am Sonntag“.

Den RWI-Forschern zufolge ist die steuerliche Belastung insbesondere in Haushalten gesunken, die über ein jährliches Bruttoeinkommen zwischen 20.000 und 30.000 Euro verfügen. „Schulterten sie 2010 noch gut zwölf Prozent der Steuer- und Abgabenlast, so waren es im vergangenen Jahr nur noch knapp neun Prozent“, heißt es in der Zeitung. Einkommensstarke Haushalte, die die Grenze von 70.000 Euro überstiegen, müssen den Studienergebnissen zufolge seit 2010 einen größeren Finanzierungsanteil leisten. Der Steuer- und Abgabenanteil von Gutverdienern, die mehr als 200.000 Euro pro Jahr erwirtschafteten, stieg jedoch am stärksten „von knapp sechs auf gut acht Prozent“, obwohl diese Gruppe nur ein Prozent aller Steuerzahler ausmacht. „Die Umverteilung hat zugenommen, und sie funktioniert wie gewünscht von oben nach unten“, wird RWI-Steuerexperte Philipp Breidenbach in der „Welt am Sonntag“ zitiert.

Der größte Teil der Steuern und Abgaben in Deutschland stammt laut RWI aus der Mittelschicht. Dies sei „der Tatsache geschuldet, dass fast ein Drittel aller deutschen Haushalte in diesen Einkommensbereich fallen“, schreibt die Zeitung dazu. Demnach kämen 34 Prozent des Gesamtaufkommens von den Haushalten mit Einkommensklassen zwischen 30.000 und 60.000 Euro. Aufgrund der positiven Haushaltslage und der erwirtschafteten Überschüsse plädiert das RWI daher dafür, „eine Entlastung aller Schichten“ vorzunehmen.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wies kürzlich ebenfalls daraufhin, dass deutsche Steuerzahler tiefer in die Tasche greifen müssten als Bürger anderer EU-Staaten (BAP berichtete). „Dabei langt der Staat bei den Reichen vor allem immer stärker über die Einkommensteuer zu. Sie ist die größte Umverteilungsmaschine. So finanzieren die oberen zehn Prozent 53 Prozent des Aufkommens, während die einkommensschwächere Hälfte nicht einmal fünf Prozent beisteuert. Die zahlenmäßig dominante Mittelschicht trägt den Löwenanteil der Mehrwertsteuer und anderer indirekter Steuern und ächzt zudem unter den hohen Sozialabgaben“, fasst die „Welt am Sonntag“ zusammen.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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