RWI: Grippewelle kostet die Wirtschaft 2,2 Milliarden Euro

Die grassierende Grippewelle sorgt nicht nur für überfüllte Wartezimmer und ausgedünnte Belegschaften. Auch gesamtwirtschaftlich macht sich die Epidemie zusehends bemerkbar. Das geht aus Berechnungen des Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsinstituts (RWI) hervor, die der "Welt" vorliegen.

Demnach könnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal durch die aktuelle Grippewelle um 0,3 Prozentpunkte zurückgehen. Das entspricht einem volkswirtschaftlichen Schaden von etwa 2,2 Milliarden Euro, schreibt die „Welt“. Laut RWI-Studie liegt der erwartete Effekt zwar am oberen Ende dessen, was in "normalen" Grippejahren mit etwa zwei bis zehn Millionen Krankmeldungen von Arbeitnehmern erwartet wird. Allerdings sei dieser angenommene wirtschaftliche Schaden immer noch weit von dem entfernt, was im Fall einer echten Pandemie mit Hunderttausenden Erkrankten und zig Todesfällen drohen könnte.

In einer früheren Studie hatte das RWI die ökonomischen Folgen eines solchen Szenarios einst mit 25 bis 75 Milliarden Euro beziffert. "Die aktuelle Grippewelle ist sicherlich eine der schwereren der vergangenen Jahre. Wie schwer genau, lässt sich allerdings immer erst im Nachhinein sagen", erklärte eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts zum aktuellen Grippegeschehen in Deutschland.

Als bestes Mittel, um die alljährlich wiederkehrende Influenza gar nicht erst zu einer schweren Grippewelle werden zu lassen, empfehlen Mediziner eine Impfung dagegen, heißt es in dem Artikel weiter. Die Ökonomen vom RWI errechneten mögliche positive wirtschaftliche Effekte einer Impfung. "Die Influenza zählt zu den Krankheiten, die einen relativ großen wirtschaftlichen Effekt haben, weil sich viele Leute anstecken und sich viele Arbeitnehmer krankmelden. Es wird weniger konsumiert und produziert. All das belastet das BIP", sagt Torsten Schmidt, Konjunkturexperte des RWI. Den Berechnungen des Experten zufolge könnte eine flächendeckende Impfung der Bevölkerung diese Belastung deutlich senken, nämlich auf nur noch 0,12 Prozent des BIP oder 880 Millionen Euro. "Durch eine flächendeckende Impfung ließe sich also ein volkswirtschaftlicher Schaden von 1,32 Milliarden Euro vermeiden", sagt Schmidt.

Positiv schlage dabei zu Buche, dass sich durch eine Impfung nicht nur Ausfälle bei Konsum und Produktion vermeiden lassen, sondern auch deutlich weniger schwere Krankheitsfälle auftreten, die mit einer kostspieligen Behandlung im Krankenhaus oder gar mit Todesfällen enden. Dem gegenüber stünden allerdings die gesamtwirtschaftlichen Kosten einer solchen massenhaften Impfung etwa in Form einer allgemeinen Impfpflicht. Im vergangenen Jahr – einem relativ milden Grippewinter mit vergleichsweise wenigen Erkrankten – lag das Umsatzvolumen für Grippeimpfstoffe im deutschen Apothekenmarkt nach Angaben des Datenanbieters IMS Health bei 94 Millionen Euro. Rabattverträge, die die Kosten nach unten drücken, bleiben in dieser Erhebung außen vor. Hinzu kommen die Kosten für den Arztbesuch. Für die zu impfende Gesamtbevölkerung ergäben sich allein dadurch Kosten in Höhe von 1,2 Milliarden Euro.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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