Rückläufige Zahlen bei der dualen Berufsausbildung

Das Statistische Bundesamt hat mitgeteilt, dass im Jahr 2013 525.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen wurden und damit 4,3 Prozent weniger als in 2012. Dies berichten heute einige Medien wie zum Beispiel die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Über die Gründe für diese Entwicklung gibt es zwischen Arbeitgebern und den Arbeitnehmervertretern Differenzen. So halten die Gewerkschaften den Unternehmen vor, dass sich deren Ausbildungsbereitschaft ausgerechnet in Zeiten des Fachkräftemangels "auf einem historischen Tief" befände, wie die FAZ schreibt. Als Beleg für diesen Vorwurf führen die Gewerkschaften an, dass inzwischen nur noch 21 Prozent der Betriebe Ausbildungsplätze anböten, während es früher etwa 25 Prozent gewesen seien.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) Achim Derks verweist dagegen darauf, dass die Zahl der Ausbildungsbetriebe deshalb zurückgehe, "weil im Wettbewerb gerade kleinere Unternehmen angesichts des drastischen Rückgangs an Bewerbern häufig leer ausgehen", zitiert die FAZ. Diese Unternehmen fielen dann aus der Statistik heraus. Derks macht laut der Zeitung auch darauf aufmerksam, dass die Zahl der Bewerber um einen Ausbildungsplatz im Jahr 2013 um elf Prozent im Vergleich zu 2004 gesunken sei. Trotzdem sei die Zahl der neuen Ausbildungsverträge gleichzeitig nur um 4,8 Prozent gesunken. Dies zeige, dass die Unternehmen inzwischen bereit seien, über schulische Schwächen hinwegzusehen, "wenn Motivation und praktische Eignung stimmen", heißt es in der FAZ. Als Beleg für diese Entwicklung führt Derks an, dass immer mehr Hauptschüler eine duale Ausbildung anfangen. Ihre Zahl unter den Auszubildenden habe sich um 14 Prozent erhöht, obwohl die Zahl der Hauptschulabgänger in den letzten zehn Jahren um mehr als ein Drittel zurückgegangen sei.

Hintergrund dieser Kontroverse, vermutet die FAZ, "sind Pläne, den 2004 erstmals zwischen Regierung und Wirtschaftsverbänden geschlossenen Ausbildungspakt neu aufzulegen und daran künftig auch die Gewerkschaften zu beteiligen." Nun werde um die Ziele eines möglichen neuen Paktes gestritten.

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