Prognos-Studie: In fünf Jahren fehlen in Deutschland 1,8 Millionen Arbeitskräfte

Bis 2020 könnten in Deutschland rund 1,8 Millionen Arbeitskräfte fehlen, davon etwa 1,3 Millionen Fachkräfte ohne Hochschulabschluss, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) auf der Grundlage einer neuen Studie des Forschungsinstituts Prognos AG berichtet. Ohne geeignete Gegenmaßnahmen werde die Lücke bis 2040 auf 3,9 Millionen wachsen, zitiert die Zeitung aus der Untersuchung im Auftrag der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw). In der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2012 waren es allerdings noch vier Millionen. „Der weitere Anstieg des Fachkräftemangels ist damit gestoppt“, kommentierte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw, die Ergebnisse in der FAZ. Allerdings: „Es findet eine Verschiebung der Fachkräftelücke statt, hin zu den Berufen, die eine Lehre oder Technikerausbildung erfordern“, lautet Brossardts Schlussfolgerung. Die größten Engpässe werden im Dienstleistungssektor insbesondere bei Gesundheit und Pflege sowie im Verarbeitenden Gewerbe (Fertigung, Forschung und Entwicklung) erwartet. An Unqualifizierten werde es dagegen langfristig ein Überangebot geben.

Um die Lücke bei den Fachkräften zu schließen, rät Brossardt zur „Erhöhung der Erwerbsbeteiligung und zur Verlängerung der Arbeitszeit“, ebenso spricht er sich für ein höheres Bildungsniveau aus. Eine Schlüsselrolle komme den Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu: Um die Arbeitszeiten von Frauen auszubauen, komme es auf die Rahmenbedingungen wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf an.

Die Prognos-Studie widmet sich auch dem digitalen Zeitalter: „Im Vergleich zu früheren Entwicklungen ist eine zentrale Erkenntnis, dass der technologische Fortschritt mittlerweile auch die sogenannten Wissensarbeiter trifft“, heißt es in der FAZ. Konkurrenz durch den Computer erführen künftig auch Erwerbstätige, die verwaltende und organisatorische sowie wissensbasierte Tätigkeiten ausführen. In der Vergangenheit seien überwiegend produktionsnahe und primäre Dienstleistungstätigkeiten dem technologischen Fortschritt zum Opfer gefallen, fasst die Zeitung zusammen.

Dass Technikspezialisten schon heute knapp sind, belegt die jüngste Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln). Demnach fehlen derzeit mehr als 137.000 Arbeitskräfte mit technischem, IT-, naturwissenschaftlichem oder mathematischem Abschluss. Dies sei der höchste Stand seit Dezember 2012. IW-Direktor Michael Hüther kritisierte, dass durch die abschlagsfreie Rente mit 63 die Zahl älterer Facharbeiter aus diesen Bereichen ausgedünnt worden sei.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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