OECD: Gutes Zeugnis für Deutschlands Arbeitsmarkt

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat in ihrem aktuellen Ausblick über die Beschäftigungssituation Deutschland ein insgesamt gutes Zeugnis ausgestellt: Die nach internationalen Maßstäben berechnete Arbeitslosenquote dürfte 2015 unter die Marke von 5 Prozent fallen. Die Beschäftigungsquote von 73,4 Prozent der Personen im erwerbsfähigen Alter zähle zu den höchsten in den OECD-Ländern. Gut sei auch die Beschäftigungsqualität. So gehöre der Durchschnittsverdienst in Deutschland zu den höchsten im OECD-Raum, während die Einkommensungleichheit vergleichsweise niedrig sei. „Das Risiko, arbeitslos zu werden, ist relativ gering“, heißt es in der Studie, über die alle großen Zeitungen heute ausführlich berichten. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) zitiert aus dem OECD-Bericht, das deutsche Sozialsystem sichere Arbeitslose und ihre Familien effektiv ab.

Im Mittelpunkt der OECD-Studie steht die Botschaft, dass trotz langsam zurückgehender Arbeitslosigkeit in den reichen Industrieländern „tiefe Narben“ zurückblieben. Gemeint ist damit vor allem die Langzeitarbeitslosigkeit. Ihr Anstieg sei zwar wahrscheinlich zum Stillstand gekommen. Doch 16,3 Millionen Menschen, mehr als einer von drei Arbeitslosen, sind heute in den 34 Mitgliedsländern der OECD seit mehr als einem Jahr arbeitslos.

Gezielt an Deutschland und die Vereinigten Staaten richtet die OECD die Forderung, den Rückgang der Reallöhne von Geringverdienern zu stoppen, und begrüßt in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in der Bundesrepublik. Allerdings warnt die Organisation auch vor möglichen Arbeitsplatzverlusten durch die Höhe des Mindestlohns und mahnt deswegen eine entsprechende Evaluation an, wie die Tageszeitung „Die Welt“ berichtet. Dieses Blatt weist auch darauf hin, dass die OECD-Experten auch eine „Schattenseite“ beim deutschen Arbeitsmarkt gefunden hätten: „19 Prozent der deutschen Arbeitnehmer leiden unter schwierigen und stressigen Arbeitsbedingungen. Der Anteil liegt über dem Durchschnitt von 17 Prozent, der für 23 Länder Europas ermittelt wurde“, heißt es in der „Welt“ wörtlich.

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