OECD: Bildung immer entscheidender für Einkommen

Bildung entscheidet immer stärker über das spätere Einkommen. Das ist das Ergebnis des jüngsten Ländervergleichs der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Danach verdienten Absolventen von Hochschulen oder Meisterkursen im Jahr 2012 bis zu 74 Prozent mehr als Erwerbstätige mit geringeren Bildungsabschlüssen. Laut einem Bericht in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) hatte der Gehaltsunterschied noch im Jahr 2000 nur 45 Prozent betragen. Auch im internationalen Vergleich sei der hohe Lohnvorteil von Akademikern und Meistern ungewöhnlich, er betrage in 30 Industrieländern im Schnitt nur 59 Prozent.

Fakt sei, dass Menschen ohne Abitur und Berufsabschluss im Schnitt mindestens 16 Prozent weniger verdienten als Personen mit Abitur oder Berufsabschluss, betont die „Berliner Zeitung“ in ihrer heutigen Ausgabe. Diese Zahlen erklären auch die im Vergleich zum Gesamtarbeitsmarkt geringeren Durchschnittseinkommen in der Zeitarbeit. Denn in der Branche haben mindestens 29 Prozent der Mitarbeiter keine abgeschlossene Berufsausbildung, auf dem Gesamtarbeitsmarkt sind es dagegen lediglich 13 Prozent. Außerdem ist der Anteil der Akademiker in der Zeitarbeit mit etwas mehr als drei Prozent deutlich niedriger als auf dem Gesamtarbeitsmarkt.

Die OECD-Bildungsstudie zeigt auch, dass in Deutschland Akademikerkinder mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit studieren wie Kinder von Mittel- oder Niedriggebildeten. Der Leiter des deutschen OECD-Büros Heino von Meyer hob bei der Vorstellung des Berichts am Dienstag in Berlin hervor, für Schüler aus sozial schwachen Familien sei das Versprechen ‚Aufstieg durch Bildung‘ häufig in weiter Ferne geblieben, wie die FAZ zitiert. Deutsche Bildungspolitik dürfe sich daher nicht auf den guten Durchschnittswerten der Bundesrepublik ausruhen. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) wehrte sich bei der gemeinsamen Vorstellung der Studie gegen die Kritik der OECD, wie die „Berliner Zeitung“ schreibt. Es sei „unsinnig, vom Abstieg zu reden“. Berufsabschlüsse in der dualen Bildung seien akademischen Abschlüssen gleichwertig. Zudem sei es angesichts des hohen Bildungsgrades vieler Deutscher schwer, dass ihre Kinder noch höhere Abschlüsse erreichten. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Eric Schweitzer, warf der  OECD vor, sie erweise Unternehmen und Jugendlichen einen Bärendienst, wenn sie die akademische Bildung zum Maß aller Dinge mache. So liege die Arbeitslosigkeit bei Arbeitnehmern mit einer Weiterbildung im beruflichen System sogar niedriger als bei Akademikern, wie es in einer entsprechenden Meldung auf der Internetseite des DIHK wörtlich heißt.

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