Mindestlohn: Kaum Arbeitsplatzverluste, aber auch kaum Arbeitsplatzgewinne

Mit der Einführung des Mindestlohns zum 1.1.2015 in Deutschland war die Sorge um die Arbeitsplätze gerade im Osten sehr groß. Zwar seien im Osten die Hälfte der Betriebe von der Neuregelung betroffen gewesen (im Westen nur ein Viertel), doch hätten sie einen Großteil der Mehrbelastungen aufgefangen, sagte der Vizedirektor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Ulrich Walwei. Um die gestiegenen Löhne zu kompensieren, hätten die Unternehmen unterschiedlich reagiert: 27,9 Prozent der betroffenen Betriebe hätten ihre Absatzpreise erhöht, 26,2 Prozent die Arbeitszeiten verringert. Die entsprechenden Zahlen für den Westen seien um ein Drittel bis zur Hälfte geringer. So verteuerten sich beispielsweise Taxifahrten im Osten um 19,8 Prozent, im Westen nur um 10,4 Prozent.

Insgesamt seien aber laut IAB weder die „weitreichenden Befürchtungen“ eingetreten, noch die „großen Hoffnungen“ erfüllt worden: In ganz Deutschland sei seit Anfang 2015 die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 616.000 auf 29,2 Millionen gewachsen - ein Plus von 2,2 Prozent. In den vom Mindestlohn stark betroffenen Branchen sei die Zahl der Arbeitsplätze um 4,2 Prozent (West) und 4,5 Prozent (Ost) sogar noch stärker gestiegen. Ohne die Einführung des Mindestlohns hätten aber bundesweit noch 60.000 weitere Jobs entstehen können, so die Forscher. In einigen Wirtschaftszweigen könne von einem „gehemmten Beschäftigungsaufbau“ gesprochen werden.

Die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer und Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), Iris Gleicke, zeigte sich heute anlässlich der Fachtagung "Auswirkungen des Mindestlohns in Ostdeutschland" zufrieden, denn der „Mindestlohn hat besonders im Osten für höhere Löhne gesorgt und wesentlich dazu beigetragen, den Lohnabstand zwischen Ost und West zu verringern.“ Ziel bleibe die „vollständige Angleichung“. Zum 1.1.2017 wird der Mindestlohn auf Entscheidung der Mindestlohnkommission von 8,50 Euro auf 8,84 Euro angepasst.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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