Mikrozensus: Armutsrisiko von Geringqualifizierten gestiegen

Geringqualifizierten droht heute öfter das Risiko eines Lebens in Armut als noch vor zehn Jahren, während die Armutsgefährdungsquote insgesamt in dieser Zeit „relativ stabil“ geblieben ist. So galten im vergangenen Jahr 30,8 Prozent der geringqualifizierten Personen ab 25 Jahren als armutsgefährdet. Vor zehn Jahren waren dies lediglich 23,1 Prozent gewesen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) unter Berufung auf Zahlen des Mikrozensus mitteilt.

Der Behörde zufolge gelten Personen als armutsgefährdet, „die mit weniger als 60 % des mittleren bedarfsgewichteten Einkommens (Median) der Bevölkerung in Privathaushalten auskommen müssen.“ Demnach waren insbesondere „Geringqualifizierte in den neuen Bundesländern (einschließlich Berlin) mit 37,5 % deutlich häufiger armutsgefährdet als im früheren Bundesgebiet mit 29,8 %“, heißt in der Pressemitteilung des Bundesamtes. Im Jahr 2005 lag die Quote in den neuen Bundesländern noch bei 28,6 Prozent, in den westdeutschen Bundesländern betrug sie 22,3 Prozent. Die sogenannte Armutsgefährdungsquote insgesamt stieg dagegen seit 2005 von 14,7 Prozent nur auf 15,4 Prozent an, so das Statistische Bundesamt weiter. Zu den Geringqualifizierten zählt die Behörde „Personen, die ausschließlich einen Hauptschul- oder Realschulabschluss beziehungsweise keinen Hauptschulabschluss sowie keinen beruflichen Bildungsabschluss besitzen.“

Damit weisen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes auf eine Entwicklung hin, vor der Arbeitsmarktexperten schon seit längerem warnen: Geringqualifizierte haben es auf dem Arbeitsmarkt immer schwerer. Diese Entwicklung wird sich angesichts des digitalen Wandels und der sogenannten vierten industriellen Revolution noch verschärfen. Aktuell bietet vor allem die Zeitarbeit Geringqualifizierten die Möglichkeit, in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Denn mindestens 29 Prozent der Zeitarbeitnehmer – und damit mehr als doppelt so viele wie auf dem gesamten Arbeitsmarkt mit 13 Prozent – haben keinen Berufsabschluss. So erhalten Geringqualifizierte in der Zeitarbeit die Chance, praktische Berufserfahrungen zu sammeln und im Berufsleben Fuß zu fassen.

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