Krankenstand Berufstätiger in Deutschland erreicht neuen Höchststand

Der Krankenstand deutscher Arbeitnehmer ist im ersten Halbjahr 2016 gestiegen. Mit einem Krankenstand von 4,4 Prozent lag die Zahl der Krankschreibungen zwischen Januar und Juni 2016 um 0,3 Prozentpunkte höher als in der ersten Jahreshälfte des vergangenen Jahres. Insgesamt war mehr als jeder dritte Berufstätige (37 Prozent) in diesem Zeitraum mindestens einmal krankgeschrieben. Gleichzeitig erhöhte sich die durchschnittliche Dauer der Krankentage von 11,7 im Vorjahreszeitraum auf 12,3 Tage im ersten Halbjahr 2016. Die Zahlen veröffentlichte die gesetzliche Krankenkasse DAK-Gesundheit, die für die Erhebung die Daten von 2,6 Millionen erwerbstätigen Versicherten vom Berliner IGES Institut auswerten ließ.

„Verantwortlich für den vergleichsweise hohen Krankenstand ist vor allem der Anstieg bei den Fehltagen aufgrund von psychischen Leiden und Muskel-Skelett-Erkrankungen“, heißt es bei der DAK. So ließ sich jeder fünfte Krankentag (22 Prozent) auf Rückenleiden und Muskel-Skelett-Erkrankungen zurückführen, wovon berufstätige Männer „etwas häufiger“ betroffen waren als Frauen. 17 Prozent der Krankheitsarten entfielen auf Atemwegserkrankungen. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil der psychischen Erkrankungen auf 16 Prozent. „Fast doppelt so häufig“ fehlten Frauen mit Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen. Auch fielen davon Betroffene mit durchschnittlich 35 Tagen länger aus als beispielsweise Berufstätige, die an einer Krebserkrankung litten, mit 32 Tagen. Dagegen ging der Anteil derer, die an einer Erkältung erkrankten, um 3,4 Prozent auf 17 Prozent zurück, da 2016 „eine starke Erkältungswelle wie zu Beginn des vergangenen Jahres“ ausblieb.

Die DAK untersuchte zugleich den Krankenstand der erwerbstätigen Versicherten in den verschiedenen Regionen Deutschlands. „Berufstätige in den östlichen Bundesländern waren mit einem Krankenstand von 5,5 Prozent häufiger und länger krankgeschrieben als im Vorjahreszeitraum (2015: fünf Prozent)“, schreibt die Krankenkasse. Im Westen liegt der Krankenstand dagegen mit 4,2 Prozent „deutlich niedriger“. Daraus ergeben sich 32 Prozent mehr Fehltage in den ostdeutschen Bundesländern, wo auf 100 Versicherte 1.000 Ausfalltage kamen. In den westdeutschen Bundesländern waren es auf 100 Versicherte dagegen 758 Fehltage.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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