IZA-Studie: Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland im europäischen Vergleich weist niedrigen Stand auf

Die wachsenden Beschäftigungszahlen und die gute Konjunktur rücken den deutschen Arbeitsmarkt seit längerem in ein positives Licht. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen in Deutschland gemessen an allen Arbeitslosen ist aber vergleichsweise hoch. Das Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) hat nun in einer europäischen Vergleichsstudie festgestellt, dass dieser Zustand aber weniger alarmierend ist als befürchtet.

Als Begründung nennen die Forscher der IZA paradoxerweise die „kontinuierlich steigende Arbeitsnachfrage“ in Deutschland, die „fast zwangsläufig zu einer Erhöhung des Anteils der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen führt“. Kurzzeitarbeitslose zeigten demnach weniger Vermittlungshemmnisse und würden bei steigender Arbeitsnachfrage bevorzugt eingestellt. So spiele „die konjunkturelle Lage eines Landes in der Bewertung von Langzeitarbeitslosigkeit eine entscheidende Rolle“, schreibt das Institut dazu in einer Pressemitteilung. Einen weiteren Grund sehen die Forscher im „offenen“ Umgang Deutschlands mit dieser Gruppe. Der Begriff der Erwerbsfähigkeit ist „weiter gefasst“ als in anderen europäischen Ländern, denn es gelten beispielsweise bereits Menschen, die höchstens drei Stunden arbeiten können, als erwerbsfähig.

Den IZA-Forschern zufolge wies Deutschland im europäischen Vergleich mit gut 17 Prozent den niedrigsten „Anteil der langzeitarbeitslosen und inaktiven Personen“ im Jahr 2013 auf. Besser schnitt nur Schweden ab, wo „11,5 Prozent der Erwerbsbevölkerung als langzeitarbeitslos oder langzeitinaktiv“ gelten. In Spanien mit 27 Prozent, Italien mit 31 Prozent und Griechenland mit 39 Prozent gibt es hingegen die höchsten Anteile an Langzeitarbeitslosen und -inaktiven. Als langzeitinaktiv gelten „Personen mit Erwerbsunfähigkeitsrenten, längerfristigem Bezug von Krankengeld oder Vorruhestandsregelungen“, erläutert „Die Welt“.

Die IZA-Forscher haben auch ermittelt, „dass es keine einfache arbeitsmarktpolitische Lösung für Personen mit größeren Vermittlungshemmnissen gibt, sondern dass es vor allem darauf ankommt, durch intensive und konstruktive Betreuung und Unterstützung die jeweilige individuelle Situation zu verstehen und geeignete Förderprogramme zu realisieren“. Auch hätten Langzeitarbeitslose durch „Erwerb oder der Erneuerung beruflicher Qualifizierung“ Chancen, „mittelfristig“ wieder in den Arbeitsmarkt integriert zu werden, heißt es dazu weiter auf der Website des Instituts. Insbesondere seien Intensität und Qualität der Gespräche mit den Fallmanagern von Bedeutung, womit auch für genügend qualifiziertes Personal gesorgt werden müsse. Die IZA empfiehlt daher, „die Ressourcen gezielt in Maßnahmen für die Zielgruppe der Langzeitarbeitslosen“ zu investieren.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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