IZA-Studie: Förderprogramme für Existenzgründer als „vielversprechende Alternative“ für Arbeitslose

Welcher Ansatz zum Abbau von Arbeitslosigkeit ist zielführender– sogenannte aktive arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wie zum Beispiel klassische Weiterbildungs-, Umschulungs- und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen oder Förderprogramme für Existenzgründer? Dieser Frage ist das Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) nachgegangen und hat dafür die Forschungserkenntnisse „aus den industrialisierten OECD-Staaten“ zugrunde gelegt.

Wie das IZA schreibt, hätten die „OECD-Staaten in den letzten Jahren enorme Summen (0,6% des BIP in 2011) für aktive arbeitsmarktpolitische Maßnahmen ausgegeben“, ohne jedoch immer den gewünschten Erfolg zu erreichen. Dagegen würden von Erwerbslosen gegründete Unternehmen Arbeitsplätze schaffen und sich durch eine „hohe Überlebensdauer“ auszeichnen. „Zusätzlich erhöhen die Programme aber auch über die Unternehmensgründung hinaus die Arbeitsmarktchancen der Programmteilnehmer“, heißt es auf der Institutswebsite weiter. „Selbst wenn das gegründete Unternehmen scheiterte, hatten ehemalige Programmteilnehmer danach immer noch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als vergleichbare Arbeitslose ohne Programmteilnahme.“

Die OECD-Forschungsergebnisse zeigen aber auch, dass staatlich geförderte Unternehmensgründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus im Vergleich zu ungeförderten Neugründungen beim betrieblichen Wachstum und bei Innovationen schwächer abschneiden. Als Mittel, „wachstumsstarke Unternehmen mit hohem Beschäftigungspotenzial hervorzubringen“, so das IZA, seien derartige Förderprogramme also ungeeignet. „Ist das Hauptziel jedoch die Integration von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt, können Förderprogramme für Existenzgründungen eine sinnvolle Ergänzung zu klassischen Programmen sein.“

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