IW Köln: Zuwanderergruppen haben unterschiedlich gute Voraussetzungen am Arbeitsmarkt

Der demografische Wandel wird sich in den kommenden Jahren verschärfen, sodass Deutschland Nachwuchs an Fachkräften fehlen wird. Um die Lücke zu schließen, ist Deutschland auf die Zuwanderung von Arbeitskräften aus der Europäischen Union (EU) und dem nichteuropäischen Ausland angewiesen. Das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) ermittelte, welche Voraussetzungen die unterschiedlichen Zuwanderergruppen nach Deutschland mitbringen.

„Um die Einwohnerzahl in Deutschland auf dem 2014er Stand von knapp 80,6 Millionen zu halten, müssten bis 2035 per saldo mehr als sieben Millionen Menschen zuwandern“, schreibt das IW. Bereits heute helfen Zuwanderer, „die Fachkräftebasis zu stabilisieren“. So übten 2011 beispielsweise 5,7 Prozent der nach dem Jahr 2000 Eingewanderten eine Tätigkeit als Arzt oder Altenpfleger aus. Vorteilhaft ist laut IW Köln auch das Alter der Zuzügler. 2013 waren mehr als 77 Prozent zwischen 18 und 49 Jahre alt. Allerdings bewerten die Forscher deren Chancen für eine berufliche Tätigkeit unterschiedlich gut. Einwanderer aus einen der 28 EU-Staaten haben demnach gute Chancen auf dem hiesigen Arbeitsmarkt, dürften aber „die deutsche Fachkräftelücke nur begrenzt schließen, da die anderen EU-Länder ebenfalls stark vom demografischen Wandel betroffen sind“, heißt es beim IW. 2014 gingen mehr als 77 Prozent der EU-Ausländer in Deutschland einer Tätigkeit nach. Bei den sogenannten Drittstaatenangehörigen – also Zuwanderern aus dem nichteuropäischen Ausland – waren es dagegen nur 58 Prozent. Die Gründe für diesen erheblichen Unterschied sieht das Institut in den Bildungsabschlüssen der EU-Bürger, die den deutschen nicht unähnlich sind und hierzulande oftmals anerkannt werden.

Die Forscher differenzierten auch zwischen den Gruppen der Erwerbs- und Bildungsmigranten, Flüchtlingen sowie nachkommenden Familienangehörigen. Weil Erwerbsmigranten in der Regel schon ein Angebot in einer gehobenen Position nachweisen müssen, um hier arbeiten zu können, hat diese Gruppe keinerlei Probleme bei der Arbeitsmarktintegration. Dazu gehören auch Hochschulabsolventen mit einer Berechtigung für eine Blue Card. Die Zahl dieser Gruppe ist jedoch gering – 2014 kamen lediglich 27.100 Fachkräfte, also 3,4 Prozent aller Zuwanderer, nach Deutschland. Bildungsmigranten, die zum Studium nach Deutschland kommen und hier bleiben, bringen ebenfalls gute Voraussetzungen für den Arbeitsmarkt mit. So sind dem IW zufolge beide Gruppen für die Fachkräftesicherung besonders wichtig. Bei der Gruppe der Flüchtlinge gingen 2013 lediglich 63 Prozent der nach 1985 zugewanderten Flüchtlinge einer Beschäftigung nach. Deren „Arbeitsmarktlage“ sei gut, aber aufgrund des oftmals geringen Bildungsniveaus laut IW nicht „ganz so rosig“ (BAP berichtete). Nur acht Prozent der im Juni 2015 Eingewanderten zwischen 25 und 64 Jahren verfügen demnach über einen Hochschulabschluss und die gleiche Zahl über eine berufliche Qualifikation. 2014 zogen zudem gut 64.000 Familienmitglieder – oftmals Frauen und Kinder – nach, die aber selten „eine Erwerbstätigkeit anstreben“. Das IW Köln schreibt dazu, dass deren „Integrationserfolg maßgeblich vom Arbeitsmarkteinstieg desjenigen Familienmitglieds abhängt, das zuerst nach Deutschland gekommen ist.“

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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