IW Köln: Nur 2,4 Prozent der Studienanfänger erwerben Hochschulzugangsberechtigung über den Beruf

Für viele Jugendliche ohne Abitur oder Fachhochschulreife, die zunächst eine berufliche Ausbildung absolviert haben, sind die Hürden zur Aufnahme eines Studiums sehr hoch. Lediglich 2,4 Prozent kamen 2013 über den Beruf ins Studium. Gleichzeitig brechen gut 30 Prozent der Bachelorstudenten ihr Studium ab, in einigen technischen Studiengängen sind es sogar mehr als 50 Prozent. Dies ermittelte das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS).

Aufgrund der hohen Abbruchquote empfiehlt das Institut, „zunächst eine Berufsausbildung zu absolvieren, dadurch seine Neigungen und Stärken zu erproben und erst dann bei Bedarf ein Studium dranzuhängen“, wie es in der aktuellen IW-Dienst-Ausgabe des Instituts heißt. Allerdings sind Jugendliche, die sich für diesen Weg entscheiden, vor größere Herausforderungen gestellt, als diese, die nach Abitur oder Fachhochschulreife direkt ein Studium aufnehmen. Demnach müssen beispielsweise Absolventen dualer Ausbildungen ohne Abitur oftmals drei Jahre in ihrem Beruf arbeiten, um anschließend ein Studium aufnehmen zu können. Dies gilt für alle Bundesländer außer Brandenburg und Rheinland Pfalz – hier beträgt die Dauer lediglich zwei Jahre. Auch sei die Wahl des Studienfachs nur jenen vorbehalten, die eine Meisterprüfung abgelegt oder bestimmte Abschlüsse erworben haben. Dies erklärt, warum 2013 nur rund 12.000 Jugendliche oder eben 2,4 Prozent ohne Abitur nach beruflicher Qualifizierung ein Studium aufnahmen.

Der Schritt von der Berufsausbildung an die Hochschule müsse dem IW zufolge „künftig leichter gemacht werden“, schreibt das Institut dazu weiter. So sollten junge Menschen die Möglichkeit erhalten, sich freier für eine duale Ausbildung entscheiden zu können. Dies könne nur erreicht werden, wenn die „Regelung, dass beruflich Qualifizierte nur nach mehrjähriger Berufserfahrung und nur innerhalb ihres erlernten Fachgebiets studieren dürfen“, wegfiele. Das Institut sieht zudem die Berufsschulen in der Pflicht. Diese sollten öfters die „Fachhochschulreife vermitteln, um den Azubis neue Optionen zu öffnen“. Weiterhin empfiehlt das IW, dass Hochschulen Brücken- und Ergänzungskurse in technischen Fächern zur Verfügung stellten, um die Abbruchquote zu reduzieren.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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