IW Köln: Arbeitsintegration jedes zweiten Flüchtlings führt nicht zum Anstieg der Armutsgefährdungsquote

In diesem Jahr werden allen derzeitigen Prognosen zufolge zwischen 800.000 und einer Million Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Zu deren erfolgreicher Integration gehört auch, eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Gelingt dies nicht und die Zuzügler müssten erst einmal von Transferleistungen leben, stiege auch die Quote der armutsgefährdeten Personen in Deutschland. Kann jedoch jeder zweite Flüchtling in den Arbeitsmarkt integriert werden, „wird die Quote wieder ihr Normalmaß erreichen“, teilt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) mit.

Das Institut hat errechnet, welche Auswirkungen der Zuzug auf die Armutsgefährdungsquote haben könnte. Sollten 800.000 Flüchtlinge von Transferleistungen leben, würde dadurch den Angaben des Instituts zufolge die Armutsgefährdungsquote von derzeit 14,5 Prozent auf 16,1 Prozent steigen. Bei einem anhaltenden Flüchtlingszustrom von insgesamt 1,6 Millionen Menschen würde sich die Quote sogar auf 16,9 Prozent erhöhen. „Im besten Fall – bei 800.000 Flüchtlingen, von denen jeder zweite ein monatliches Einkommen zwischen 900 und 1.500 Euro hat – liegt die Armutsquote lediglich um 0,2 Prozentpunkte höher als heute“, heißt es beim IW Köln. „Schon diese Beispiele zeigen, wie wichtig es für – einheimische wie ausländische – Transferempfänger ist, einen Job zu bekommen. Letztlich lässt sich nur so Armut wirksam vermeiden“, so das Fazit des Instituts. Als armutsgefährdet gilt, wer höchstens 60 Prozent des mittleren Einkommens erwirtschaftet.

Flüchtlinge dürfen in Deutschland im Regelfall erst eine Arbeit aufnehmen. nachdem ihr Asylverfahren abgeschlossen und sie eine Aufenthaltsberechtigung erhalten haben. Ausnahmen nach drei Monaten sind im hochqualifizierten Bereich und bei sogenannten Mangelberufen möglich oder wenn ein Arbeitgeber keinen Arbeitnehmer aus der EU für eine ausgeschriebene Stelle findet (Vorrangprüfung). Dagegen kann in der Zeitarbeit, erst nach Ablauf einer 15-monatigen Frist eine Arbeitsaufnahme erfolgen  – ausgenommen bei Hochqualifizierten und in Mangelberufen, für die ebenfalls eine dreimonatige Wartezeit gilt (BAP berichtete).

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