IW Köln: Anzahl der Arbeits- und Wegeunfälle erreicht Tiefststand seit 1990

Wie das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) in einer aktuellen Studie ermittelte, hat sich die Anzahl der Arbeits- und Wegeunfälle in Deutschland seit 1990 „mehr als halbiert“, obwohl gleichzeitig „die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ständig wächst“. 2014 wurden insgesamt rund 955.000 Unfälle registriert, davon gut 785.000 in der gewerblichen Wirtschaft. Damit lag das Arbeitsunfallrisiko bei 23 Arbeitsunfällen je 1.000 Vollzeitplätzen und sank zum wiederholten Mal in Folge. Auch branchenübergreifend sind Arbeitnehmer heute besser abgesichert als vor der Wiedervereinigung.

2014 wurden den Berufsgenossenschaften je 1.000 Vollzeitstellen zwischen 57 Arbeitsunfälle am Bau und 13 in der Verwaltung gemeldet. Den höchsten Wert verzeichneten die IW-Forscher in der „Bauwirtschaft“ mit 57 Arbeitsunfällen auf 1.000 Vollzeitstellen, gefolgt vom Wirtschaftszweig „Holz und Metall“ mit 39,5. Im Mittelfeld bewegen sich die Branchen „Transport und Verkehr“ (39,3 Arbeitsunfälle), „Nahrungsmittel und Gastgewerbe“ (35,2 Arbeitsunfälle) und „Handel und Warendistribution“ (23,7 Arbeitsunfälle). Die wenigsten Unfälle gab es in der „Verwaltung“ mit 13 auf 1.000 Vollarbeiter und im Bereich „Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege“ mit 15,8. Damit hat sich das Unfallrisiko im Gesundheitswesen zwar leicht erhöht, liegt aber sowohl „unter dem Niveau der 1990er Jahre“ als „auch unter den Werten der meisten anderen Wirtschaftszweige“, so das IW Köln. Tatsächlich lagen die Unfallzahlen in den Bereichen „Rohstoffe und Chemische Industrie“ mit 18,3 sowie „Energie, Textil, Elektro, Medienerzeugnisse" mit 18,4 je 1.000 Vollzeitstellen über denen des Gesundheitswesens.

Gleichzeitig sind dem IW Köln zufolge die Aufwendungen der gewerblichen Berufsgenossenschaften zur Prävention im Jahr 2014 mit 115 Millionen Euro nur „moderat“ gestiegen. „Angesichts der ansonsten überproportional stark steigenden Ausgaben im Gesundheitswesen ist das eine erfreuliche Nachricht“, heißt es in der Studie. Die Forscher führen die vergleichsweise geringen Ausgaben auf „das permanente und große Engagement der Betriebe“ zurück, die seit der Wiedervereinigung mehr in sichere Maschinen, ergonomische Bürogestaltung und Schulungen der Mitarbeiter zur Arbeitssicherheit investiert haben. 

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