IW: Immer mehr ältere Unternehmer

Der deutsche Mittelstand wird grau: Immer mehr Unternehmer in Deutschland gehören der Generation 60 plus an, schreibt der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), Prof. Michael Hüther, in seinem Gastbeitrag für das Unternehmermagazin Creditreform. Treibende Kraft dieser Entwicklung sei vor allem die in den letzten Jahren rückläufige Gründungsneigung jüngerer Unternehmer.

Seit dem Nachwende-Höhepunkt mit mehr als 570.000 Gründungen im Jahre 2004, der allerdings auch durch die Einführung der „Ich AG“ zur Bekämpfung der damals hohen Arbeitslosigkeit bedingt war, sei die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland erheblich zurückgegangen. 2013 wurden nur noch 338.000 Betriebe gegründet, 2014 waren es im ersten Halbjahr mit 164.000 genauso viele wie im Vorjahr. Hüther erinnerte daran, dass nicht nur der unternehmerische Nachwuchs rar wird, sondern auch die Übergabe eines Unternehmens an einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin sich zunehmend schwieriger gestaltet. Dies führe unweigerlich dazu, dass das Durchschnittsalter der Unternehmer in Deutschland schnell ansteigt.

In welchem Ausmaß sich dieser Alterungsprozess bereits vollzogen hat, haben nun die Ökonomen der Förderbank KfW analysiert: Während 2002 erst 12 Prozent der Unternehmer älter als 60 Jahre waren, gehörten 2013 bereits 22 Prozent zur Gruppe der Seniorchefs. Unter den angestellten Beschäftigten ist der Anteil der über 60-jährigen im gleichen Zeitraum zwar auch spürbar angestiegen, er lag 2013 aber trotzdem erst bei vergleichsweise bescheidenen sieben Prozent aller Arbeitnehmer, heißt es in einem Berich der KfW.

„Beide Gruppen der Erwerbstätigen sind damit allerdings schneller auf dem Weg zu längeren Lebensarbeitszeiten als der viel beschworene demografische Wandel in Deutschland selbst verläuft: Der Bevölkerungsanteil der Generation 60 plus wuchs in dem betrachteten Jahrzehnt gerade einmal von 28 auf 29 Prozent, da dünn besetzte Nachkriegsjahrgänge die 60 überschritten haben, während die Welle der Babyboomer aktuell noch in den Fünfzigern ist. Bislang findet die Alterung in Deutschland nämlich noch stark innerhalb der aktiven und jüngeren Jahrgänge statt, dass „dicke Ende“ für die Rentenversicherung und den Ersatzbedarf der Unternehmen kommt erst noch“, schreibt IW-Chef Hüther in seinem Beitrag.

Das stark steigende Alter der Unternehmer in Deutschland dürfe sich auf die Entscheidungsstrukturen und das Wachstum auswirken, meint Hüther. Zwar hätten die Seniorchefs viel Erfahrung, neu gegründete Firmen mit zumeist jungen Chefs scheiterten besonders häufig. Gleichzeitig stünden die Älteren aber Innovationen oft weniger aufgeschlossen gegenüber als Jungunternehmer, eine Überalterung der Unternehmerlandschaft könne daher das Wachstum im Lande beeinträchtigen. „Zudem vergeben Banken nur ungern Kredite an Firmeninhaber jenseits der 65, zumal wenn es keine klare Nachfolgeregelung im Falle einer schweren Erkrankung oder des Ablebens des Unternehmers gibt. Wachstumssprünge sind mit immer mehr Älteren unter den Chefs also eher nicht zu erwarten“, befürchtet der IW-Chef.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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