IMK erwartet Steuermehreinnahmen von 45 Milliarden Euro bis 2020

Ein stabiles Wirtschaftswachstum und ein starker Arbeitsmarkt tragen dazu bei, dass die Steuereinnahmen in Deutschland weiter steigen. Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung errechnete in seiner aktuellen „IMK-Steuerschätzung 2016 – 2020“, dass bis zum Jahr 2020 mit Steuermehreinnahmen von 45 Milliarden Euro zu rechnen sei und damit mehr „als zuletzt geplant“, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Vom Steuerplus profitieren Bund, Länder und Kommunen.

„Die jüngst veröffentlichten Steuereingänge vom BMF für die ersten drei Monate dieses Jahres zeigen in der Tendenz eine Fortsetzung des positiven Trends bei der Einnahmenentwicklung“, heißt es im IMK-Report. Demnach erhöhten sich die „gesamten Steuern“ im ersten Quartal dieses Jahres um 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als Ursachen sieht das Institut „Entlastungen im Steuertarif“, wie durch die Erhöhung des Grundfreibetrags und der Kinderfreibeträge. Auch in Hinblick auf die Ländersteuern verlaufe die Entwicklung positiv, so deute alles darauf hin, dass „sich die starken Mehreinnahmen in den vergangenen zwei Jahren vermutlich – wenn auch etwas abgeschwächt – fortsetzten“. Das IMK erwartet, dass in diesem und dem kommenden Jahr die Pro-Kopf-Löhne um 2,4 Prozent und 2,6 Prozent „höher ausfallen könnten als im vergangenen Jahr (2,2 %)“. Bis 2020 werden sich diese dann um ein Plus von 2,5 Prozent einpendeln. Bei der Lohnsteuer fällt der Zuwachs in diesem Jahr vergleichsweise schwächer aus, wird aber ab 2017 „auf einem ähnlichen Niveau liegen wie in den Jahren vor 2016“. Im nächsten Jahr soll der Anstieg der Lohnsteuer 6,8 Prozent betragen.

Daher spricht sich das Institut – entgegen der Ansicht vieler Politiker und Wirtschaftsvertreter – dafür aus, dass die Bundesregierung „in absehbarer Zukunft auch weiterhin auf umfangreiche Steuersenkungen verzichten“ solle. „Zukunftsinvestitionen“ wie in Bildung oder Infrastruktur müssten aufgrund des Flüchtlingszuzugs „mit nochmals erhöhter Dringlichkeit“ umgesetzt werden, fordert das IMK.

Das Institut schätzt die Steuereinnahmen in den nächsten Jahren insgesamt höher ein als der Arbeitskreis „Steuerschätzungen“ des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) in seiner Prognose vom November 2015. „Ursächlich für die Mehreinnahmen ist, dass das IMK insbesondere die Zunahme der Bruttolöhne und -gehälter höher einschätzt. Hinzu kommen Unterschiede in der Einschätzung bei der möglichen Entwicklung der Bemessungsgrundlagen bei einigen Steuern (Grunderwerbsteuer, Erbschaftsteuer)“, heißt es abschließend in dem Report. Die Ergebnisse der Frühjahrs-Steuerschätzung wird das BMF heute Nachmittag veröffentlichen.

Wichtiger Hinweis:
Die Weitergabe der persönlichen LogIn-Daten an Dritte ist untersagt. Bei Zuwiderhandlung behält sich der BAP entsprechende rechtliche Schritte vor.

Artikel teilen:

zurück